Wismar: Messerattacke auf Linken-Nachwuchspolitiker

Wismar
Messerattacke auf Linken-Nachwuchspolitiker

Drei mutmaßlich rechtsradikale Männer haben offenbar einen Nachwuchspolitiker der Linken angegriffen. Einem Vernehmen nach habe er bei der Attacke 17 Stiche erlitten. Die Partei will sich davon nicht irritieren lassen.

RostockEin Nachwuchspolitiker der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern ist nach eigenen Angaben von drei mutmaßlich rechtsradikalen Männern niedergestochen worden. Julian Kinzel habe den Angriff, der am frühen Montagabend in der Nähe des Hauptbahnhofs in Wismar erfolgt sein soll, am Dienstag schriftlich bei der Polizei angezeigt, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Demnach beleidigten die Angreifer Kinzel, der Mitglied im Kreisvorstand der Schweriner Linken ist, als „schwule Kommunistensau“ und trugen für die rechte Szene typische Kleidung.

Der Polizei sei es bislang nicht gelungen, mit Kinzel persönlich Kontakt aufzunehmen, sagte die Sprecherin. Dem Vernehmen nach habe er bei der Attacke 17 Stiche erlitten. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen.

Der Bundesgeschäftsführer der Partei, Matthias Höhn, erklärte in Berlin, alle Umstände der Tat „weisen auf einen rechtsextremen Hintergrund hin“. Der Linken-Bundesvorstand verurteile den Angriff „auf das Schärfste“ und fordere zügige Ermittlungen der zuständigen Behörden.

Der Kreisvorsitzende der Linkspartei in Schwerin, Peter Brill, geht ebenfalls davon aus, dass die Täter aus rechtsradikalen Kreisen stammen. Die Partei werde „in ihrem Kampf gegen rechtsextremes Gedankengut nicht nachlassen“, erklärte er.

Kinzel wurde in Brills Mitteilung mit den Worten zitiert: „Wir dürfen auf solche Attacken nicht mit Radikalisierung antworten. Unsere Antwort auf Hass muss Liebe, auf Dummheit Vernunft und auf Gewalt Solidarität sein. Somit ist Hass hier fehl am Platz.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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