Wissensfabrik
Die Zukunft beginnt in Einsingen

Kinder entdecken Technik: Insgesamt 60 Firmen beteiligen sich an der vor zwei Jahren gegründeten Initiative Wissensfabrik, die Kindern den Zugang zu Wirtschaft und Technik und somit zu hochqualifizierten Arbeitsplätzen erleichtern soll. Der Kampf gegen die Technikfeindlichkeit.

ULM. Lisa schraubt am Brückenpfeiler aus Holz. „Wir müssen das neu richten“, sagt Patrik. Aber die Schraube will nicht. Tim versucht, Lisa zu helfen und sucht nach der Zange. Für alle Fälle hält Melina den Hammer bereit. Die vier Schüler der 4. Klasse der Grund- und Hauptschule Ulm Einsigen haben in Gruppenarbeit aus Holz, Draht, Schrauben und Nägeln eine Brücke gebaut. Nicht irgendeine Brücke. Es ist ihre Brücke. Und diese Brücke gehört zum neuesten Pilotprojekt der Wissensfabrik.

Die Wissensfabrik ist eine vor gut zwei Jahren gegründete Initiative von Unternehmen, unter anderem Bosch, Thyssen-Krupp und BASF. Aber auch Mittelständler wie Voith, Trumpf oder Fischer sind mit von der Partie. Inzwischen beteiligen sich 60 Firmen in über 500 Partnerprojekten mit Kindergärten und Schulen. Die Unternehmen haben sich auf die Fahnen geschrieben, Technikfeindlichkeit zu bekämpfen und Kindern die Augen für die Welt der Wirtschaft und Technik zu öffnen – in einem Land, das die Kinder später nur mit hoher Qualifikation wird beschäftigen können. „Mehr Wissen, mehr können, mehr Zukunft“, lautet denn auch das Credo der beteiligten Unternehmen. Wissen, das die Kinder zu Ingenieuren oder Fachkräften machen soll. Allein dem Maschinenbau fehlen nach den jüngsten Zahlen 9 000 Ingenieure und Tausende von Facharbeitern.

Das neueste Projekt der Wissensfabrik heißt KiTec und steht für „Kinder entdecken Technik“. Gemeinsam mit dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) unter Leitung des bekannten Gehirnforschers Manfred Spitzer in Ulm und dem dortigen Lehrstuhl für Technik und Didaktik wurden Werkzeug- und Materialkästen entwickelt, mit denen Kinder Aufgabenstellungen in Bau-, Fahrzeug- und Elektrotechnik bewältigen, eigene Ideen verfolgen und ausgetretene Pfade verlassen können. Damit dabei mehr als ein dicker Daumen oder kleine Schnitte herauskommen, hat jedes Kind vorher einen „Werkzeugführerschein“ gemacht.

In dem Systemkasten aus styroporähnlichem, aber wesentlich strapazierfähigerem Leichtkunststoff, der pro Stück 600 Euro kostet, hat alles genau seinen Platz. „Das ist genau das, was wir brauchen. Wir könnten uns als Schule so etwas kaum leisten“, sagt Isabell Günzel, eine junge, sehr engagierte Lehrerin. Ziel ist es, dass die Schulen Partnerunternehmen finden, die die Kästen bezahlen.

Die Pilotschule aus Einsingen braucht keinen Sponsor mehr. 16 Unternehmen haben bereits die Patenschaft für 80 Schulen übernommen. Aber warum wurde ausgerechnet Einsingen ausgewählt, eine Schule mit 163 Schülern und 11 Lehrern in einem Ulmer Vorort?

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