Wohnungsknappheit Merkel erklärt Mietpreisbremse für gescheitert

Bundeskanzlerin Merkel hat die Mietpreisbremse für gescheitert erklärt. Sie habe die Wohnungsknappheit nicht beseitigt. Das Problem liege vielmehr am fehlenden Tempo bei den Planungsvorgängen – auch beim Straßenbau.
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Die Bundeskanzlerin sprach sich bei der Veranstaltung generell für mehr Investitionen aus und betonte, dass dafür nicht das Geld fehle. Quelle: Reuters
Angela Merkel in Koblenz

Die Bundeskanzlerin sprach sich bei der Veranstaltung generell für mehr Investitionen aus und betonte, dass dafür nicht das Geld fehle.

(Foto: Reuters)

KoblenzDie Mietpreisbremse hat nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Wirkung verfehlt. „Wohnungsknappheit wird am besten dadurch beantwortet, dass ich neue Wohnungen baue“, sagte die Parteichefin am Mittwoch auf einer CDU-Wahlveranstaltung in Koblenz. „Die Mietbremse haben wir gemacht, okay. Aber es hat sich auch gezeigt, dass sie das Problem nicht löst.“

Die große Koalition führte die Mietpreisbremse 2015 ein, um den Anstieg vor allem in Ballungsgebieten zu bremsen. Die CDU lehnte zuletzt im Mai eine von Justizminister Heiko Maas (SPD) geforderte Verschärfung ab.

Das ist Europas Mieterhauptstadt
Mietindex
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Immer mehr Menschen zieht es in Europas Großstädte – doch nicht immer in Mietwohnungen. Das zeigt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Deloitte. Die Experten haben untersucht, wie hoch der Anteil der Mieter in den europäischen Ländern eigentlich ist. Anhand von Daten zu Mieten und Marktwerten neugebauter Wohnungen in Europas Städten errechneten sie dann, welche Renditen Kapitalanleger dort erwarten können.

Quelle: Deloitte–

Platz 8: Slowenien
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In Slowenien wohnen europaweit am wenigsten Menschen zur Miete – nämlich nur 2,4 Prozent der Haushalte. Damit leisten sich mehr als 97 Prozent der Slowenen Wohneigentum. Die höchste Rendite können Vermieter in der Alpenstadt Maribor nahe der österreichischen Grenze erzielen. Mit 5,4 Prozent Rendite bei Quadratmeterpreisen von etwa sieben Euro liegt das mieterärmste Land aber im Mittelfeld.

Platz 7: Ungarn
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Ähnlich sieht es in Ungarn aus. Nur 3,9 Prozent der Bürger besitzen Mietwohnungen. In Ungarns Hauptstadt Budapest aber lässt sich die zweithöchste Rendite Europas feststellen: 7,9 Prozent Ertrag können Vermieter hier verzeichnen. Im Ertragsranking folgen gleich zwei weitere ungarische Städte. In Györ und Debrecen lassen sich auch noch 7,8 Prozent erzielen.

Platz 6: Spanien
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Nur 7,5 Prozent aller Haushalte in Spanien leben in einer Mietwohnung. Zu verführerisch ist vielleicht die Vorstellung, Eigentümer einer spanischen Finca zu sein. Nicht schlecht ist auch die Verzinsung einer Mietwohnung zur Kapitalanlage; 5,4 Prozent Rendite lassen sich maximal erzielen, wenn in der katalanischen Metropole Barcelona vermietet wird.

Platz 5: Italien
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12,9 Prozent der italienischen Haushalte befinden sich in Mietwohnungen. Damit ist das Verhältnis zwischen Eigentum und Miete in dem Mittelmeerland ähnlich wie in den baltischen Ländern Estland (10,3 Prozent) und Litauen (13,2 Prozent). Während diese aber kaum Rendite (jeweils unter zwei Prozent) erzielen, sind auf dem römischen Wohnungsmarkt bis zu 4,8 Prozent möglich.

Platz 4: Großbritannien
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Etwa 24 Prozent aller britischen Haushalte sind Mieterhaushalte. Großbritannien bildet mit Irland und Belgien (jeweils 24,4 Prozent) sowie Frankreich (25,3 Prozent) und den Niederlanden (26,5 Prozent) das Mittelfeld unter den Mieterländern. Vermieter müssen sich mit maximal 3,6 Prozent Rendite in Londons Vororten und zwei Prozent im Zentrum zufrieden geben. Und das trotz immens hoher Mieten. Denn die Kaufpreise sind entsprechend exorbitant. Sie bildet damit das Schlusslicht beim Renditeniveau.

Platz 3: Österreich
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In Österreich gibt es noch etwas mehr Mieter. 30,2 Prozent der Haushalte in Österreich setzen auf Miete statt Eigentum. Mit gerade einmal 2,8 Prozent Rendite gehört die österreichische Hauptstadt Wien zur Gruppe der europäischen Städte in Europa mit den niedrigsten Verzinsungen.

Damit mehr bezahlbarer Wohnraum gebaut werden könne, dürfe man aber nicht immer wieder die Anforderungen erhöhen, mahnte Merkel. Sie sprach sich generell für mehr Investitionen aus und betonte, dass dafür nicht das Geld fehle. „Das Problem im Augenblick ist, dass Planungsvorgänge so langsam sind, dass wir Geld nicht schnell genug ausgeben.“

Dies gelte sowohl für den Wohnungs- als auch Straßenbau und zum Teil auch für den Ausbau von Breitbandverbindungen. Die Planungsverfahren müssten beschleunigt und die Zahl der gerichtlichen Instanzen eingeschränkt werden. Deutschland habe gute Erfahrungen mit den abgespeckten Verfahren im Osten nach der Einheit gemacht.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Wohnungsknappheit: Merkel erklärt Mietpreisbremse für gescheitert"

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  • Man stelle sich einmal vor, dass Deutschland wo wir gerne leben und wohnen ,
    gebe es wirklich , sozusagen eine wohl fühl Oase mitten in Europa wo Milch und Honig fliessen. Wozu braucht man da noch Politiker. ?

    Also eines sollten die Bürger langsam wissen, niemand hat Interesse daran, dass es den Deutschen gut geht. Denn dann braucht der Deutsche die Politiker die ihm den ein oder anderen Knochen zuwerfen ja weiter.

    Die Mietpreisbindung ist von Anfang an ein Schwindel , wie alles was den Bürgern nützen sollte. Schon die neue Flüchtlingswirtschaft in Deutschland zeigt , wie die Leute den Staat ausplündern und horrende Mieten für Flüchtlinge nehmen.

    Mit Flüchtlingen kann man reich werden , wenn man nur ein paar Bretterbuden hat
    die man an 10 und mehr Flüchtlinge oder illegale vermieten kann.

    Wie wäre es am 24 September mit einer Merkel Bremse ?

  • Zur Umvolkung braucht man auch Wohnungen für die Gäste. Das konnte Frau Dr. Merkel nicht ahnen, hat sie doch einen anderen Lebensmittelpunkt. Die Gäste brauchen Wohnungen und zwar fix mit Auto u.s.w. Unzufriedene Gäste werden bekanntermaßen gewalttätig..

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