Wolfgang Franz
Wirtschaftsweisen-Chef rechnet mit Strompreisanstieg

Wegen der Kehrtwende der Regierung in der Atompolitik rechnet der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz mit deutlich höheren Strompreisen. Gleichzeitig warnt er vor massiven Folgen für die Weltwirtschaft bei einem Japan-GAU.
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Düsseldorf/BerlinAuf die Verbraucher in Deutschland kommen nach Einschätzung des Chefs der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, deutlich höhere Strompreise zu. „Die Verbraucher müssen sich auf spürbar höhere Strompreise in der Zukunft einstellen“, sagte Franz der „Rheinischen Post“.

Die Terminkurse an der Leipziger Strombörse seien bereits deutlich gestiegen, betonte der Chef des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Der Handel reagiere bereits auf die dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Franz empfahl der Regierung jedoch, ihre Linie konsequent weiter zu verfolgen. „Die Bundesregierung sollte ihr Energiekonzept, das bekanntlich den Übergang zu den erneuerbaren Energien bereits vorsieht, gegebenenfalls modifizieren und dann konsequent umsetzen“,sagte der Mannheimer Ökonom.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamts rechtfertige auch das Abschalten mehrerer alter Atomkraftwerke keine Strompreiserhöhungen. Deutschland werde seinen Strombedarf ohne Importe decken können, sagte Bundesamtspräsident Jochen Flasbarth am Samstag im Deutschlandradio Kultur. „Es gibt viele Gutachten, die zeigen, dass wir bis Mitte des Jahrhunderts vollständig unseren Strom regenerativ erzeugen können“, sagte er. Aus wissenschaftlicher Sicht sei es möglich, dass die abgeschalteten Reaktoren nicht wieder angefahren werden müssten. Da es eine Reserve gebe, könnten auch zwei zusätzliche Atomkraftwerke vom Netz genommen werden.

Das Umweltbundesamt rechnet während einer Übergangszeit mit einer stärkeren Verstromung von Kohle und Gas in Deutschland. Flasbarth sagte, es müssten zwar keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden, aber die Leistung der vorhandenen und der im Bau befindlichen müsse erhöht werden. „Wir müssten die Leistung dieser Kraftwerke stärker nutzen“, betonte er. „Das würde in der Tat bedeuten, mehr Kohle und mehr Gas in der Übergangszeit.“

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Wirtschaftsweisen-Chef rechnet mit Strompreisanstieg

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Umfrage: Mehrheit der Deutschen akzeptiert höhere Stromkosten

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  • Das alleine reicht nicht. Wir müssen endlich geballte Ladung auf die Straße
    Und ich wundere mich schon lange, dass die Gewerkschaften, die das könnten, dies nicht endlich einmal anstoßen.
    Aber die sind mittlerweile Teil der Politik geworden, deswegen kommt von da nichts mehr
    Bei uns ist zwar ein landesweiter Generalstreik verboten, aber trotzdem könnten die Gewerkschaften dieses gesamte Land innerhal von 10 Tagen komplett lahm legen. Alle zwei Tage beginnt in einem anderen Bundesland ein Streik und schon läu innerhalb von 10 Tagen ncihts mehr
    Und ich glaube, das müßte mal kommen. Dann haben alle wieder Zeit zum Nachdenken.
    Ich kenne noch Streiks, da lief gar nichts mehr, da wurde wochenlang kein Müll abgeholt.
    Nur durch Schmerz werden usnere selbsternannten Eliten klug
    Wie sagte Ludwig Erhard mal: "Die Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht die Menschen für die Wirtschaft"
    Genau so ist es, das aber wird mehr und mehr vergessen
    Heute ist nur noch die Gier für einige wenige angesagtz

  • Sorry der link kommt hier: (sehr aufschlussreich, die Verschuldung für den kauf zhalt immerer der Verbraucher, der hat NIX davon)

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/eon-will-seine-milliarden-in-spanien-anlegen/2618182.html

  • Respekt Margrit

    Das ist ein Beitrag mit Hand und Fuß, der auf Durchblick schließen lässt. Sie können es doch;-)

    Wir werden vera... so ist es. Strompreiserhöhungen sind nicht notwendig, ich behaupte, dass sogar Senkungen möglich sind: Energiewirtschaft wieder dahin bringen wo sie herkam: in die öffentliche Hand: dann ist einiges an Spielraum für Preissenkungen drinnen. Keine Geschäfts-Politik mehr mit Blick auf die Aktienkurse keine Gewinne mehr ausbezahlen müssen in Milliardenhöhe. Ich sag mal, da sind Preise möglich wie vor 5-10 Jahren.

    Hier ein link zu einem älterne Handelsblatt-Artikel: damit jeder weiß wofür wir Strompreiserhöhungen in großem Umfang i Wirklichkeit bezaheln: für Einkaufstouren der Konzerne, Börsengeschäfte etc. ich hab keinen Bock , z.B. für Immobilien zu bezahlen, die mich nicht interessieren und für die Energiegwinnung irrelevant sind.
    Knapp 3 Mrd wollte EON für Endesa in Spanien ausgeben, die Kosten bei solchen Geschäften tragen NUR die VERBRAUCHER. Was interssieren uns die Energeiunternehmen ind Spanien, gut das die spansiche Regierung das mit vereitelt hat.

    Lasst Euch nicht verarschen von Wirtschftsweisen, denen na schon unterstellen muss, mit den Konzernbossen zu kuscheln. Es wäre nicht überraschend.

    Energiekonzerne VERSTAATLICHEN, unsere Autobahnen sind staatlich und die besten der Welt, also wo ist das Problem?


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