Wolfgang Schäuble wird 70
Blumen für den ersten Diener

Wolfgang Schäuble wird von seiner Partei mehr respektiert als geliebt. Gelitten hat der heute 70-Jährige unter Helmut Kohl, aber auch unter Angela Merkel. Doch in der Euro-Krise hat der Minister seine Rolle gefunden.
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BerlinErst nachdem der Film zu Ende war und die Saalbeleuchtung anging, wurde den Zuschauern im Kino am Alexander Platz in Berlin klar, wer die späten Besucher waren. Der Mann im Rollstuhl war Finanzminister Wolfgang Schäuble, die Frau neben ihm die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Beide zusammen hatten sich den Film „Ziemlich beste Freunde“ angeschaut.

Als Erster angesprochen wurde Schäuble. Ein Besucher dankte ihm für seinen Einsatz in der Euro-Krise. Schäuble zeigte, so schildert er den Vorgang später selbst, etwas verlegen zur Seite auf die Kanzlerin. Eine Geste, die aussagte: Nicht ich bin die entscheidende Person, die da neben mir ist es, die Kanzlerin. Selbst in solchen Situationen zeigt Schäuble sein Selbstverständnis. Dienen bis zur Selbstverleugnung - so könnte man einen Teil des Lebens von Schäuble beschreiben, der am Dienstag seinen 70. Geburtstag feiert.

Sein Politikerleben hat ihn gezeichnet - mit den körperlichen Narben als Folge des Attentats am 12. Oktober 1990 auf ihn und mit den seelischen Narben, die man nicht sieht, die man aber erahnt, wenn er sich verschlossen und manchmal auch verbissen, wenig Widerspruch duldend, in Debatten einmischt. Die größten Narben haben ihm Helmut Kohl und Angela Merkel zugefügt: Der Altkanzler machte Schäuble zum ewigen „Kronprinzen“ in Partei und Staat - und ließ ihn nicht die Nummer eins werden.

Als Schäuble schließlich doch 1998 CDU-Vorsitzender wurde, stoppte ihn die CDU-Parteispendenaffäre. Letztlich konnte man ihm zwar keine konkrete Verfehlung - wie das Wissen um eine Bargeldspende des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber - nachweisen, doch war seine Loyalität zu Kohl und auch seiner Partei so groß, dass er die Beschädigung seiner Person in Kauf nahm. So wundert es nicht, dass Sisyphos, jener Held der griechischen Mythologie, der im permanent-vergeblichen Hochrollen eines Felsens auf einen Berg seinen Lebensinhalt sieht, eine seiner Lieblingsfiguren ist.

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Blumen für den ersten Diener

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Erst Kohl, dann Merkel

Kommentare zu " Wolfgang Schäuble wird 70: Blumen für den ersten Diener"

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  • Hier werden Kommentare gelöscht, weil sie zu persönlich sind? Diese Kommentare spiegeln lediglich die Unzufriedenheit und den Wut gegenüber den Schandtaten unserer machtbesessen Politiker, allen voran Herrn Schäuble, dar! Wir werden nur belogen und betrogen und der einfache Mann wird alles verlieren! Das ist ein Verbrechen! Ehrliche Meinungsäusserungen werden durch die Redaktion aufgrund der netiquette weggeklickt und gelöscht! Soweit seid ihr schon!?


  • Als "ersten Diener eines Staates" gerade Schäuble zu titulieren, ist schlchte Blasphemie.

    Leuna, 100000 DM, Ritter der Kohlschweigerunde, Wissen um die Kohlsche Schweinerei mit den Stiftungsgeldern in Liechtenstein, und und und....

    Kein Vorbild für meine Generation, kein Vorbild für die nachfolgende Generation und auf keinen Fall mit Persönlichkeiten wie z.B dem Minsterpräsident Goppelvater in Bayern, Karl Schiller etc zu vergleichen. Das waren Diener ihres Staates.

    Gleichwohl: ein gestrafter Mensch , der meine Anteilnahme an seinem Schicksal findet. Ob er aus der "Selbstlüge" zurückfindet ?. Es wär ihm um des pers. Seelenfrieden Willen zu wünschen.


  • @rechner

    ....Welch "Jubelperser" vor dem Herrn....
    Lustig mit Ihnen...
    Ich ziehe Axel Weber vor.... Sie duerfen dann sein Büro führen.... Wär doch mal nee Erleuchtung.

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