Wulff: Althaus' Äußerungen schädlich und absurd
Schäuble bittet um Bedenkzeit

Der frühere CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble hat sich nach einem Zeitungsbericht bis Sonntagabend Bedenkzeit erbeten, um Nachfolger des aus dem Amt scheidenden Unions-Finanzexperten Friedrich Merz zu werden.

HB BERLIN. Die Personalie könnte bereits am Montag im CDU-Präsidium entschieden werden, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Montagausgabe. Damit könnte einer der aktuellen Krisenpunkte in der Union ausgeräumt werden.

Schäuble ist als stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion derzeit für die Außen- und Europapolitik zuständig. Der für Finanz- und Wirtschaftsfragen zuständige Fraktionsvize Merz scheidet zum Jahresende aus seinen Spitzenämtern in Partei und Fraktion aus. Sollte Schäuble die Nachfolge von Merz antreten, wäre er der direkte Gegenspieler von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Finanzminister Hans Eichel (beide SPD).

Bereits am Wochenende hatte es in Magazinberichten geheißen, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wolle Schäuble bewegen, Nachfolger von Merz zu werden. Die Partei wollte die Berichte nicht kommentieren.

CDU und CSU streiten seit Monaten über eine Reform des Gesundheitswesens. Die CDU strebt einen einheitliche Tarif für alle Versicherten an und will gering Verdienende über Steuern entlasten. Die Schwesterpartei lehnt das ab und favorisiert bislang einen an den Einkommen gekoppelten mehrstufigen Tarif.

Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte am Montag einen CDU-Spitzenvertreter, man sei bei der Ausgestaltung der Prämie kompromissbereit.

Der thüringische CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus hatte am Wochenende nicht ausgeschlossen, dass hinter dem monatelangen Reformstreit eine Intrige gegen Merkel stecken könnte. Seine Äußerungen waren in der CDU-Spitze auf massive Kritik gestoßen.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende und niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff nannte Althaus' Äußerungen schädlich und absurd. CDU-Präsidiumsmitglied Jörg Schönbohm, der nach eigener Aussage keine Hinweise auf ein Komplott gegen Merkel hat, will die Vorwürfe im Präsidium zur Sprache bringen.

Der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, Hermann-Josef Arentz, sagte der „Berliner Zeitung“, er räume einer Intrige gegen Merkel keine Chance ein.

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