0 Bewertungen
27.03.2008 
Hessen-SPD soll Kooperation bei Gesetzesinitiative billigen

Ypsilanti will Koch mit Linkspartei ärgern

von Karl Doemens

Nach dem vorläufigen Scheitern einer rot-grünen Minderheitsregierung will die hessische SPD aus der Opposition heraus gemeinsam auch mit der Linkspartei Gesetzesinitiativen im Landtag einbringen. Im Leitantrag für den außerordentlichen Parteitag am Samstag wird die Landtagsfraktion ausdrücklich aufgefordert, „alle Fraktionen in die Mehrheitsfindung einzubeziehen“.

Will Ministerpräsident Koch ärgern: Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti Foto: apLupe

Will Ministerpräsident Koch ärgern: Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti Foto: ap

BERLIN. Der Leitantrag schließt dabei die Linksfraktion ausdrücklich ein. Eine Festlegung zu einer möglichen späteren rot-rot-grünen Regierungsbildung enthält die Beschlussvorlage nicht. Doch wird eine große Koalition mit der CDU ausdrücklich ausgeschlossen.

Im neu gewählten hessischen Landtag, der am 5. April erstmals zusammenkommt, verfügen SPD und CDU jeweils über 42 Sitze. Die FDP stellt elf, die Grünen neun und die Linkspartei sechs Abgeordnete. Nach eher halbherzigen Verhandlungen mit CDU und FDP hatte SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti die Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung angestrebt, die auf die Stimmen der Linkspartei angewiesen wäre. Weil die SPD-Abgeordnete Dagmar Metzger drohte, in einem solchen Fall Ypsilanti die Stimme zu verweigern, wurde das Vorhaben zunächst auf Eis gelegt. Nun dürfte nach der hessischen Verfassung der bisherige Ministerpräsident Roland Koch (CDU) mit seinem Kabinett geschäftsführend im Amt bleiben.

Da Koch aber bislang keine parlamentarische Mehrheit zustande bringt, will die SPD den Regierungschef mit Gesetzesinitiativen vor sich hertreiben. Gemeinsam mit den Grünen will die Partei beispielsweise Anträge zur Abschaffung der Studiengebühren, zur Rückkehr Hessens in die Tarifgemeinschaft der Länder und zur Abschaffung des G8-Abiturs ins Parlament einbringen. Dabei setzt die SPD auch auf die Unterstützung der Linkspartei. Durch andere Anträge – beispielsweise für eine Internationale Bauausstellung im Rhein-Main-Gebiet – möchte sie die FDP fallweise auf ihre Seite ziehen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Breite Mehrheit gilt als sicher

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Konjunkturbeschleuniger verzweifelt g...

    Konjunkturbeschleuniger verzweifelt gesucht

    Wie soll die schwächelnde Konjunktur wieder angekurbelt werden? Im Umfeld der Bundesregierung kursieren die unterschiedlichsten Modelle. Den Stein der Weisen hat aber noch keiner gefunden. Fakt ist: Dem bereits geschnürten ersten Wachstumspaket soll ein zweites folgen....Bildergalerie 

  • Die Säulen der thailändischen Gesells...

    Die Säulen der thailändischen Gesellschaft

    Nation, Monarchie und Religion sind die drei Eckpfeiler, die den Rahmen der thailändischen Gesellschaft bilden. Die Stärke und Tragkraft der thailändischen Gesellschaft resultiert aus der Tragkraft dieser drei Säulen. Es ist der einzige Staat der dem Kolonialismus trot...Bildergalerie 

  • Thailands Flughäfen geräumt

    Thailands Flughäfen geräumt

    Aufatmen für Hunderttausende Touristen: Die thailändischen Regierungsgegner haben die Blockade der internationalen Flughäfen beendet. Bilder vom - zumindest vorübergehenden - Ende einer Krise.Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Den Nullzins vor Augen  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 07:05 Uhr von Nobert Häring

Wenn die Welt in die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit abgleitet, muss die Wirtschaftspolitik Gewohnheiten aus normalen Zeiten hinterfragen. Das gilt auch für die Geldpolitik. Innerhalb weniger Wochen haben sich die Perspektiven für Inflation und Wachstum dramatisch verändert. Da ist das übliche Finetuning der Zinsen in kleinen Schritten nicht mehr sinnvoll. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Letztes Aufgebot  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 05:19 Uhr von Helmut Hauschild

Vor allzu viel deutscher Euphorie sei tgewarnt. Die aktuelle Personalrochade könnte ein kurzes Hurra für die Bundesregierung sein. Kommentar