Zahl der Arbeitslosen gesunken
Gerster dämpft Hoffnung auf weitere Entspannung am Arbeitsmarkt

Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeit (BA) wird die Zahl der in Deutschland erst 2005 wieder deutlich sinken. In Nürnberg sagte der Chef der Behörde, Florian Gerster, der überraschend starke Rückgang im September von 107 400 auf 4 206 800 Menschen sei noch keine Trendwende. Ein Jahr zuvor waren bei den Arbeitsämtern jedoch 265 000 weniger Erwerbslose registriert.

HB NÜRNBERG. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum August um 0,3 Punkte auf 10,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 9,5 Prozent gelegen. Die Wachstumsschwäche belaste weiterhin den Arbeitsmarkt, sagte Gerster. Erste Anzeichen für eine Erholung erwartet er in der zweiten Jahreshälfte 2004.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sprach von einem erfreulichen Signal. „Die rückläufigen Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die ersten beiden Hartz-Gesetze und weitere Maßnahmen bereits Wirkung entfalten“, sagte Clement. Allerdings sei die Konjunktur nach wie vor zu schwach, um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Dagegen sah CDU-Chefin Angela Merkel in der aktuellen Entspannung am Arbeitsmarkt „kein Anzeichen für einen konjunkturellen Aufschwung“. Nach Ansicht von CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sind die Daten im wesentlichen das Ergebnis einer Statistik-Bereinigung. „Eine Trendwende ist nicht in Sicht“, sagte Meyer. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHT) sah keine substanzielle Erholung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warf der Bundesanstalt vor, Langzeitarbeitslose im Stich zu lassen.

Nach Ansicht Gersters bedarf es für eine „echte Belebung“ auf dem Arbeitsmarkt mindestens eines Wirtschaftswachstums von 1,5 bis 1,8 Prozent. Selbst dann dauere es meist Monate, bis sich die Konjunktur- Impulse auf dem Arbeitsmarkt niederschlügen. Auch das BA-nahe Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht in seiner Jahresprognose für 2004 von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um allenfalls 20 000 auf 4,38 Millionen im Jahresschnitt aus.

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