Zahl der Flüge stagniert
Flugsicherung muss Gebühren erhöhen

Der Luftverkehr über Deutschland stagniert nahezu. Weil es 2015 im Luftverkehr nicht so brummen wird wie geplant, muss die Flugsicherung ihre Gebühren erhöhen. Die deutschen Airlines werden allerdings geschont.
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Langen/FrankfurtÜber Deutschland werden 2015 kaum mehr Flugzeuge unterwegs sein als im auslaufenden Jahr 2014. Er rechne mit einem nur leichten Zuwachs um 1,1 Prozent, sagte der Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, dem Handelsblatt.

Mit dieser Prognose könne er gut leben. 2014 ist die Zahl der von der DFS kontrollierten Flugbewegungen nach vorläufigen Angaben nur um 0,9 Prozent auf rund 2,94 Millionen (bis 21.12.2014) gewachsen und damit weit vom historischen Höchststand aus dem Jahr 2008 entfernt.

Die Zahl der Flüge ist für die DFS sehr wichtig, weil sie nach dem Gesetz ihre Kosten auf die einzelne Flüge verteilen muss. In den vergangenen fünf Jahren waren nach EU-Vorgaben viel zu hohe Flugbewegungszahlen und zu niedrige Einzelgebühren geplant worden.

Als die Prognosen nicht eintrafen, machte die bundeseigene DFS GmbH hohe Verluste. Das Eigenkapital sackte auch wegen der hohen Pensionsverpflichtungen gegenüber den Lotsen auf minus 1,3 Milliarden Euro.

Der Bund hatte daraufhin im November eine Eigenkapitalspritze für die DFS in Höhe von 500 Millionen Euro beschlossen, um einen sonst notwendigen scharfen Anstieg der Gebühren zu verhindern. Die DFS hat sich zudem ein Sparprogramm auferlegt. Etwa jeder zehnte der zuletzt noch rund 6000 DFS-Beschäftigten soll 2019 nicht mehr an Bord sein. Auch die Ausbildung neuer Lotsen wird reduziert.

Die von Bund und EU festgelegten Flugsicherungsgebühren steigen nun zum Jahreswechsel bei Überflügen um 14,4 Prozent statt um 34,6 Prozent, wie von der DFS noch im Sommer gefordert. Die Streckengebühren machen rund drei Viertel des jährlichen Aufkommens von zuletzt rund 1,2 Milliarden Euro aus.

Die Gebühren für An- und Abflüge sollen hingegen um gut 5 Prozent sinken, wie ein DFS-Sprecher in Langen bei Frankfurt bestätigte. Auch hier hatte die DFS im Sommer noch um 12,4 Prozent höhere Preise vorgeschlagen. Von dieser Gebührensenkung profitieren insbesondere Airlines, die häufig in Deutschland starten und landen, also die einheimischen Gesellschaften.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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