Zahlen des Statistischen Bundesamtes
Immer mehr Kinder werden zum Sozialfall

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind auf Sozialhilfe angewiesen. Im letzten Jahr ist die Zahl der Minderjährigen, die staatliche Hilfe zum Lebensunterhalt erhielten, um 6,2 Prozent auf 1,08 Millionen gestiegen. Dies geht aus der neuen Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor, die am Montag vorgestellt wird und die dem Handelsblatt vorliegt.

doe BERLIN. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger erreichte mit 2,81 Millionen (plus zwei Prozent) den höchsten Stand seit 1998. Die Quote stieg gegenüber 2002 von 3,3 auf 3,4 Prozent.

Anspruch auf Sozialhilfe haben Menschen, die eine wirtschaftliche Notlage aus eigener Kraft oder mit eigenen Mitteln nicht überwinden können. Der Regelsatz beträgt je nach Bundesland für den Haushaltsvorstand zwischen 282 und 297 Euro im Monat. Hinzu kommen Leistungen für im Haushalt lebende Angehörige und Unterkunftskosten. Hilfeempfänger müssen zumutbare Arbeit annehmen, sonst wird ihr Anspruch um mindestens ein Viertel gekürzt. Mit dem geplanten Inkrafttreten der Hartz-IV-Reform zum 1. Januar 2005 sollen nur noch nicht erwerbsfähige Bedürftige Sozialhilfe erhalten.

Bemerkenswert ist die Verschiebung der Hilfebedürftigen zwischen den Altersgruppen. Mit der Riester- Rentenreform wurde für über 65- Jährige eine eigenständige Leistung eingeführt, die den grundlegenden Lebensbedarf decken soll. Diese Grundsicherung trat 2003 in Kraft. In der Folge sank die Zahl der Sozialhilfebezieher über 65 Jahre um 48 Prozent auf 98 000 Personen. Bei den verbliebenen Sozialhilfebeziehern handelt es sich vor allem um Menschen, die beispielsweise krankheitsbedingt einen erhöhten Bedarf haben, der über die Grundsicherung nicht abgedeckt wird. Die Sozialhilfequote der älteren Menschen verringerte sich von 1,3 auf 0,7 Prozent.

Hingegen zeigte sich bei Kindern und Jugendlichen der umgekehrte Trend. 2002 waren erstmals mehr als eine Million unter 18-Jährige auf Sozialhilfe angewiesen gewesen. Im vergangenen Jahr kletterte die Zahl weiter auf 1,08 Millionen. Damit liegt der Anteil der Sozialhilfebezieher in dieser Altersgruppe bei 7,2 Prozent. Ein Jahr zuvor lag die Quote noch bei 6,7 Prozent.

Das Statistische Bundesamt begründet den Anstieg der Sozialhilfe insgesamt vor allem mit der schlechten Lage am Arbeitsmarkt. So waren im letzten Jahr 836 000 Sozialhilfeempfänger erwerbslos gemeldet – 14,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark legte die Zahl der Sozialhilfeempfänger mit 4,9 Prozent im Osten Deutschlands zu. Dort liegt die Sozialhilfequote nun mit 3,1 Prozent nur noch geringfügig unter der im Westen (3,2 Prozent).

Quelle: Handelsblatt

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