Zahlen für Dezember: Arbeitslosigkeit fällt 2011 auf 20-Jahres-Tief

Zahlen für Dezember
Arbeitslosigkeit fällt 2011 auf 20-Jahres-Tief

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt unbeeindruckt von der Euro-Krise. Auch wenn sich die Zahl der Arbeitslosen im Dezember saisonbedingt leicht erhöhte, lag sie 2011 auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren.
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NürnbergDie Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Dezember saisonbedingt gestiegen. Der für die Winterzeit übliche Anstieg fiel jedoch geringer aus als in den Vorjahren. Die Zahl der Menschen ohne Job erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 67.000 auf 2,780 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Quote habe sich um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent erhöht. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Arbeitslosigkeit erneut zurück, und zwar um 22.000 Erwerbslose. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten eine Abnahme um 10.000 erwartet. Im Vorjahresvergleich sei die Arbeitslosenzahl um 231.000 gesunken.

Auch finanziell schließt die BA das Jahr unerwartet positiv ab. Statt eines ursprünglich erwarteten Defizits von 5,4 Milliarden Euro zeichne sich ein geringer Überschuss von etwa 100 Millionen Euro ab. Die Behörde werde daher voraussichtlich kein Darlehen des Bundes in Anspruch nehmen müssen.

Basisdaten Deutschland

Quelle: Information Research

Im Jahresdurchschnitt 2011 waren der Behörde zufolge 2,976 Millionen Menschen arbeitslos. Das waren 263.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote belief sich durchschnittlich auf 7,1 Prozent. Der Bundesagentur zufolge erreichten Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Jahr 2011 den jeweils niedrigsten Stand seit 1991 und die Erwerbstätigkeit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

„Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich auch zum Jahresende 2011 positiv entwickelt. Damit können wir auf ein gutes Jahr zurückblicken“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise. Die Arbeitslosigkeit sei deutlich gesunken, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung seien hingegen kräftig gewachsen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften sei das ganze Jahr über sehr hoch gewesen.

Die Konjunkturentwicklung macht sich auf dem Arbeitsmarkt in der Regel erst mit Verzögerung bemerkbar. Spannend wird deshalb aus Sicht von Volkswirten vor allem die weitere Entwicklung im Frühjahr.

„Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Ab dem Frühjahr müssen wir uns allerdings auf eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt einstellen. Die Chancen stehen jedoch gut, dass es dort keine heftige Reaktionen geben wird, “ sagte Eckhart Tuchtfeld von der Commerzbank. „Die Reformen haben den Arbeitsmarkt widerstandfähiger gemacht. Er ist bereits recht glimpflich durch die letzte Rezession durchgekommen.“

Ähnlich optimistisch äußerte sich sein Kollege Andreas Rees von der Unicredit. „Die Erfolgsgeschichte am Arbeitsmarkt geht weiter - trotz der Schuldenkrise. Das sind gute Nachrichten für den privaten Konsum. Beim Jobaufbau erwarten wir keine dramatischen Einbrüche,“ sagte Rees.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wir kennen aber auch andere Beispiele , die zu besseren Zeiten für Schlagzeilen sorgten .

    zb. 2005 ......

    Deutschland: Höchste Arbeitslosigkeit seit 1933 Von Peter Schwarz 3. März 2005
    3. März 2005
    Mit über 5,2 Millionen hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland den höchsten Stand seit 1933, dem Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten erreicht.
    Die Bundesagentur für Arbeit (BA) meldete für Februar eine Zahl von 5.216.434 Menschen, die offiziell als Arbeitslose registriert sind. Das entspricht einer Quote von 12,6 Prozent - 10,4 Prozent in den alten und 20,7 Prozent in den neuen Bundesländern. Den Spitzenwert hält Mecklenburg-Vorpommern, wo fast jeder Vierte ohne Arbeit ist. Bundesweit sind mehr als ein Drittel der Betroffenen Langzeitarbeitslose, das heißt, sie sind seit einem Jahr oder länger ohne Beschäftigung.
    Die Bundesregierung hat versucht, diese Zahlen zu relativieren, indem sie auf die veränderte Zählweise aufgrund der Hartz-IV-Gesetze sowie den harten Wintereinbruch im Februar hinwies. Doch selbst wenn man diese Faktoren berücksichtigt, handelt es sich immer noch um die höchste Arbeitslosenzahl seit 1998, als SPD und Grüne die Regierung übernahmen. Und vom Anstieg um 161.000 gegenüber Januar sind gerade 16.000 auf die saisonale Winterarbeitslosigkeit zurückzuführen.

    Bundeskanzler: Gerhard Schröder 27. Oktober 1998 - 22. November 2005 SPD

  • Seltsam nur, dass die Lügen-Medien sich selbst outen. Haben sie kürzlich selbst noch davon berichtet, dass die Ü58 nicht mehr in der Statistik auftauchen. Und auch die anderen "Randgruppen", die unter Rot-Grün aus der Statistik verschwunden sind, werden Dank unseren politisch gekauften Medien totgeschwiegen. Wenn sie wenigstens bei all den gelogenen Zahlen, die wahren Zahlen in Klammern dazu schreiben würden. Aber das werden wir nicht erleben solange alle vordiktierten Texte direkt aus dem Berliner Regierungssumpf kritiklos abgedruckt werden. In der DDR gab es auch einige Medien-Dauerbrenner. Unter anderem die "Nullfehler-Produktion", die angeblich jeder Betrieb erreicht hatte. Und auch das "Wohnungsbau-Programm", das angeblich komplett umgesetzt war und dafür gesorgt hatte, dass angeblich niemand auf Wohnungssuche war. Erich Honecker tanzt im Grab vor Freude Samba, wenn er die heutige DDR-Propaganda wieder in voller Blüte sehen kann. Aber vielleicht machen es die Schreiberlinge noch nicht mal mit Absicht. Da wird der aktuelle Pisa-Bildungsstand auch voll widergespiegelt. Ich habe letztens irgendwo gelesen, dass der Durchschnittsverdienst bei einem Journalisten um die 1600 Euro netto sein soll. Das verdient der Pförtner in mancher Firma auch und muss auch sein Gehirn den ganzen Tag nicht benutzen. Dass aber ein Journalist bei soviel Obrigkeitshörigkeit und Regierungstreue sich noch im Spiegel anschauen kann, wundert mich. Es muss einem doch gegen die Berufsehre gehen, wenn man sich nur noch die Artikel aus dem Regierungsviertel vorlegen lässt und kritiklos abdruckt.

  • Der nutzlose und peinliche Strunk im Bellevue müßte eigentlich auch hinzugezählt werden....
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    Naja, mir ist das Thema dann doch wichtiger , was Befindlichkeiten oder Ihre persönliche Beurteilung der dinge angeht, möchte ich mich lieber nicht äußern , mir sind die tatsächlichen statistischen Zahlen dann doch lieber .
    Und die sind Eindeutig !!!

    Viele freie Stellen
    Im Dezember rund 2,8 Millionen Arbeitslose

    Und das in diesen Zeiten , nach einer der elementarsten Krisen die die Welt gesehen hat , nach Finanztransfers die ohne beispiel sind und und und ....


    Wir kennen aber auch andere Beispiele , die zu besseren Zeiten für Schlagzeilen sorgten .

    zb. 2005 ......

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