Zahlungsmoral: Verwirrung um Mitgliedsbeiträge der Piraten

Zahlungsmoral
Verwirrung um Mitgliedsbeiträge der Piraten

Die Piratenpartei leide unter einem Schwund an zahlenden Mitgliedern, meldete eine Nachrichtenagentur. Doch die Piraten wollten davon nichts wissen. Die Übersicht im Internet sei nicht aktuell, erwiderten sie.

Eine von der Piratenpartei ins Internet gestellte Übersicht über Mitgliederzahlen bildet nach Darstellung der Bundesschatzmeisterin keinen aktuellen Stand ab - und belegt damit auch keinen Mitgliederschwund. Es handele sich nur um vorläufige Arbeitsstände der Landesverbände, aus denen sich nicht schließen lasse, wieviele Mitglieder aktuell ihre Beiträge tatsächlich bezahlt hätten und damit stimmberechtigt seien, sagte Swanhild Goetze am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Die Zahlen - zumeist mit Februar 2013 datiert - gäben lediglich wieder, wieviele der bezahlten Beiträge von den Landesschatzmeistern bereits in der zentralen Software gebucht seien.

„Unser Wiki ist intern“, sagte Goetze über das frei einsehbare Dokument. Die im Internet verfügbaren Zahlen seien nicht zur Veröffentlichung bestimmt. „Das sind keinesfalls die aktuell stimmberechtigten Mitglieder und aktuelle Daten, wer bezahlt hat.“ Die aktuellen Zahlen würden erst im Mai vorgelegt.

Aus Kreisen der süddeutschen Landesverbände hieß es, die Wiki-Zahlen seien zwar nur begrenzt belastbar. Aber: „Die Tendenz ist klar.“ Die Querelen in der Bundesspitze schlügen sich selbstverständlich auf die Zahlungsmoral der Mitglieder nieder.

Die Nachrichtenagentur hatte ursprünglich gemeldet, die Piratenpartei leide unter einem Schwund an zahlenden Mitgliedern.

Für die Mehrheit der Bundesbürger wäre es kein Verlust, wenn es die Piratenpartei nicht mehr gäbe. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Mafo im Auftrag von Handelsblatt Online. 70,6 Prozent der 1.002 Befragten sind demnach der Ansicht, dass die deutsche Parteiendemokratie ohne die Piraten auskommt.  (70,5 Prozent der Männer und 70,7 Prozent der Frauen). Nur 29, 4 Prozent der Befragten würden im politischen Aus der Partei einen Verlust sehen.

Auch junge Wähler könnten auch ohne die Piratenpartei leben: Von den 18- bis 30-Jährigen sehen 64,3 Prozent keinen Verlust darin, wenn es die Partei nicht mehr gäbe (für 35,7 Prozent wäre es ein Verlust), von den 31- bis 45-Jährigen könnten 73,5 Prozent auf die Partei verzichten (für 26,5 Prozent wäre es ein Verlust).

Entsprechend fällt die Prognose für die Bundestagswahl aus. Auf die Frage, ob die Piratenpartei trotz ihrer Dauerstreitigkeiten den Sprung in den Bundestag schafft, antworteten 79,1 Prozent der Befragten mit „Nein“ (20,9 Prozent votierten mit „Ja“).

Laut ZDF-Politbarometer würden die Piraten auf zwei Prozent (minus ein Punkt) fallen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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