Zapfenstreich
„Money for nothing“ statt „Ode an die Freude“

Schon Tage vor dem Zapfenstreich sammelten Twitter-Nutzer bitterböse Abschiedslieder für Christian Wulff. Auch „Ein Freund, ein guter Freund“ kam auf die Vorschlagsliste.
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Ode an die Freude? Somewhere over the rainbow? Von wegen! Wenn es nach dem Willen des Web 2.0 gegangen wäre, hätte die Bundeswehr für Christian Wulff ganz andere Saiten aufgezogen. Schon als bekannt wurde, dass es einen Zapfenstreich für Wulff geben würde, zeigte sich die sogenannte Netzgemeinde von ihrer spöttisch-kreativen Seite: Bei Twitter sammelte sie unter mehreren Hashtags bitterböse Abschiedslieder für den scheidenden Bundespräsidenten.

Stichelnd wurden da Titel wie „Money, money, money“ (ABBA) oder „Money for nothing“ (Dire Straits) in die virtuelle Runde geworfen. Auch „Ein Freund, ein guter Freund“ (Comedian Harmonists) kam prompt auf die Vorschlagsliste.

Einige Twitterer zeigten sich noch einfallsreicher: @mopsi62 dichtete ein bekanntes deutsches Volkslied und Elvis-Cover um: „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus, Städtele hinaus, und du, mein Schloss, bleibst hier!“

@Sieben007 nahm sich mit Tim Bendzkos „Nur noch kurz die Welt retten“ einen aktuelleren Titel vor: „Muss nur noch kurz die Bild schrecken, danach reis’ ich zu dir. Noch 148 Friends checken, ich weiß, dass mir dann nichts passiert.“ Im Original singt Bendzko: „Muss nur noch kurz die Welt retten, danach flieg’ ich zu dir. Noch 148 Mails checken, wer weiß, was mir dann noch passiert.“

Einen Marsch ganz anderer Art wollten Fans und Initiatoren der Facebook-Seite „Vuvuzelas für Wulff zum Zapfenstreich“ dem scheidenden Bundespräsidenten blasen: Mehrere tausend Menschen unterstützten - zumindest virtuell - eine Störaktion, bei der statt der von Wulff gewählten Lieder „ein gigantischer Bienenschwarm“ aus Vuvuzelas erklingen sollte.

In den vergangenen Monaten war Wulff im Web 2.0 immer wieder verspottet worden. So sammelten Twitter-Nutzer umgedichtete Filmtitel wie „Christian ante portas“ oder „Der sich den Wulff tanzt“.

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

Kommentare zu " Zapfenstreich: „Money for nothing“ statt „Ode an die Freude“"

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  • Nur gehört Köhler eben noch der Generation an, die Anstand hat.
    Wulff jedoch hat weder Anstand noch Charakter noch Gespür dafür was geht und nicht. Allein dass er auf den Zapfenstreich bestanden hat, hier also auch noch unsere Soldaten übelst benutzt hat. ist derart verwerflich, dass es mir schlecht wird

  • Wenn wir mal zurück denken, hatte Horst Köhler von sich aus den Ehrensold abgelehnt. Hätte Wulff von dem Zapfenstreich und den Verzicht auf den Ehrensold ausgesprochen, wäre das der einzig richtige Schritt gewesen. Zumal das das ehrenvoll wäre und sein Ansehen wieder sich dadurch gebessert hätte. Doch die Gier nach Geld und Macht, lässt eben den Verstand nur im Hintergrund, wenn dieser überhaupt vorhanden ist. Und es ist schon krass, dass meine Vermutung weiter geht, denn seine Frau Bettina wird ihn sicher zu vieles geführt haben, was er selbst gar nicht so wollte. Er ist eben und bleibt ein Hampelmann.

  • Na, es ist doch eindeutig. Die Gesetze und Bestimmungen sind von hinten bis vorn nicht "wasserdicht". Das zeigt doch einfach, dass man sich viel zu wenig Gedanken darüber gemacht hat. Und weil man das Verhalten von Wulff nicht mit dem Ehrensold in Verbindung bringen kann, sollte man auch ganz klar ihn davon ausschließen. Es fehlt an so vielen Stellen Geld in Deutschland und es werden Einsparungen gemacht, wo es nur geht - auf der anderen Seite schmeißt die Regierung Geld zum Fenster raus, nur weil man sich nicht traut.

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