ZDF-Politbarometer
Kleine Parteien profitieren von großer Koalition

Die große Koalition scheint in der Wählergunst vor allem den künftig oppositionellen kleinen Parteien zu bekommen. Die große Mehrheit der Bevölkerung lehnt die von Union und SPD geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer ab.

HB BERLIN. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer sprachen sich 63 Prozent der Befragten gegen eine Erhöhung der Steuer aus, 36 Prozent waren dafür. Eine Mehrheit für diesen Schritt fand sich nur unter den Anhängern von CDU und CSU, von denen ihn 58 Prozent befürworteten. Quer durch die Anhänger aller Parteien werden dagegen höhere Steuern auf sehr hohe Einkommen befürwortet, die die SPD in den Koalitionsverhandlungen durchsetzen will. Für eine solche höhere Steuer sprachen sich in der Umfrage 81 Prozent der Befragten aus, 18 Prozent waren dagegen. In den Erwartungen an die große große Koalition waren die Befragten gespalten: 49 Prozent gaben an, dass diese einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten werde. Ebenso viele erwarten dies nicht.

In der politischen Stimmung haben SPD und Union im Vergleich zur Befragung vor zwei Wochen an Zustimmung eingebüßt. Vor allem die Sozialdemokraten rutschten nach den Turbulenzen um ihre Führung ab und kommen nur noch auf 31 Prozent, nach 36 Prozent in der letzten Befragung. Die Union verliert zwei Punkte auf 38 Prozent. Die kleinen Parteien legen dagegen in der politischen Stimmung zu: Die FDP verbessert sich auf neun Prozent (plus eins), die Linkspartei auf ebenfalls neun (plus zwei) und die Grünen auf 10 Prozent (plus zwei). Wenn am Sonntag Wahl wäre, erhielten die Union 36 Prozent, die SPD 33, FDP, Grüne und und Linkspartei jeweils neun Prozent.

Die SPD halten 66 Prozent der Befragten für eher zerstritten. Den Rückzug von Parteichef Franz Müntefering halten 41 Prozent für richtig, 50 Prozent für falsch. Von seinem designierten Nachfolger Matthias Platzeck hat eine Mehrheit von 53 Prozent noch kein klares Bild. Von allen Befragten erwarten aber 50 Prozent, von SPD-Anhängern sogar 61 Prozent, dass er den Zusammenhalt der SPD stärken wird. 54 Prozent der Befragten sehen auch bei der CSU, deren Vorsitzender Edmund Stoiber überraschend auf ein Ministeramt in Berlin verzichtete, größere Uneinigkeit.

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