ZDF-Politbarometer
Neues Rekordtief für die SPD

Die SPD hat ein neues Rekordtief erreicht. Nach dem starken Stimmungseinbruch bei der Europawahl haben die Sozialdemokraten jetzt erneut verloren.

HB MAINZ. Mit nur noch 20 % maß das ZDF-Politbarometer den niedrigesten Wert, den es jemals für die Regierungspartei ermittelt hat. Damit hat sie gegenüber dem Vormonat noch einmal 2 % verloren. Die Unionsparteien legen leicht auf 47 % um 1 % zu. Auch die Grünen verbessern sich um 1 % leicht auf 16 %. Für die FDP ermittelte das Politbarometer ebenso wie die PDS unverändert 6 %. Das geht aus den ersten Ergebnissen der Erhebung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hervor, über die das ZDF-Morgenmagazin am Freitag informierte.

Die geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II findet eine knappe Mehrheit der Deutschen richtig. Danach befürworten 51 % der Befragten die so genannte Hartz-IV-Reform mit ihrer Kürzung der Arbeitslosenhilfe. 42 % sind dagegen, 7 % antworteten mit „weiß nicht“. Diese Kürzungen werden in allen Parteilagern mit Ausnahme der der PDS mehrheitlich unterstützt. Grunsätzlich lehnt die Mehrheit der Befragten eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne entsprechenden Lohnausgleich ab. Dagegen sind 54 %, 44 % sprechen sich dafür aus.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, hätte eine Koalition aus CDU/CSU und FDP weiterhin eine klare Mehrheit im Bundestag. Bei einer Wahlentscheidung kämen längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie taktische Überlegungen der Wähler stärker zur Geltung. Da die Politbarometer-Projektion das berücksichtigt, schneiden die Sozialdemokraten bei der so genannten "Sonntagsfrage" besser ab, würden aber mit 25 % der Wählerstimmen auch hier ein neues Umfragetief erreichen. Die CDU/CSU käme wie im Vormonat auf 46 %, die Grünen verbesserten sich auf 12 %. Für FDP und PDS würde sich nichts ändern, sie liegen unverändert bei 7 beziehungsweise 5 %.

Fast zur Halbzeit der Legislaturperiode fällt die Zwischenbilanz für die Arbeit der Bundesregierung überwiegend negativ aus: So sind nur 29 % der Meinung, dass die Bundesregierung alles in allem gesehen ihre Arbeit eher gut macht, aber 67 % meinen „eher schlecht“. Eine mögliche CDU/CSU-Regierung wird allerdings nicht als überzeugende Alternative wahrgenommen: So meinen 59 %, es würde keinen großen Unterschied machen, wenn die CDU/CSU an der Regierung wäre, 27 % gehen davon aus, dass diese es besser machen würde und 11 % erwarten eine eher schlechtere Politik.

Immerhin 16 % der Befragten können sich vorstellen, eine neue Partei links von der SPD zu wählen. Für 73 % kommt das nicht in Frage, 11 % antworten mit „weiß nicht“. Am häufigsten (41 %) können sich die Anhänger der PDS vorstellen, einer neuen Linkspartei ihre Stimme zu geben, gefolgt von denen der Grünen mit 22 % und den SPD-Anhängern, von denen 14 % es für denkbar halten, eine neue Linkspartei zu wählen.

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