ZDF-Politbarometer
SPD holt weiter auf und Union fällt zurück

In der Wählergunst holt die SPD zur CDU/CSU weiter auf. Die Sozialdemokraten kämen dem ZDF-Politbarometer zufolge heute bei einer Bundestagswahl derzeit auf 30 Prozent, zwei Punkte mehr als vor 14 Tagen. Die Union erhielte 40 Prozent (minus 2), die Grünen unverändert 11 Prozent, die FDP 7 Prozent (plus 1). Die PDS bliebe bei 6 Prozent.

HB MAINZ. Damit würde es im Bundestag für eine Mehrheit aus CDU/CSU und FDP möglicherweise nicht reichen. Denn gemeinsam erreichen beide 47 Prozent, genauso viel wie SPD, Grüne und PDS zusammen. Auf die anderen Parteien entfielen 6 Prozent (minus 1). Die am Freitag veröffentlichten Werte wurden von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ermittelt. Bei der so genannten Projektion für die Bundestagswahl wird außer den Umfragedaten berücksichtigt, dass auch längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie taktische Überlegungen der Wähler stärker zur Geltung kommen. In der aktuellen politischen Stimmung fällt die CDU/CSU noch weiter zurück: Sie erhält 38 Prozent (minus 3) und damit den schlechtesten Wert der zurückliegenden zwei Jahre. Die SPD legt dagegen mit 33 Prozent (plus 3) noch einmal klar zu. Leichte Veränderungen gibt es bei den anderen Parteien: Die Grünen kommen auf 13 Prozent (plus 1), die FDP auf 7 Prozent (plus 1) und die PDS auf 5 Prozent (minus 1).

Bei der Bewertung der zehn wichtigsten Politiker kann sich Angela Merkel, die vor zwei Wochen einen Einbruch erlebt hatte, wieder deutlich verbessern. Weiterhin auf Platz eins liegt Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit einem Durchschnittswert von 1,8 (zuvor: 1,6) auf der von minus 5 bis plus 5 reichenden Skala. Merkel kommt auf plus 0,2 (zuvor: minus 0,3).

Sowohl Bundeskanzler Gerhard Schröder (65 Prozent) als auch Merkel (74 Prozent) haben nach dem Eindruck der Mehrheit der Befragten ihre Partei in wichtigen politischen Fragen nicht voll hinter sich. Während aber bei der SPD zunehmend mehr Unterstützung der Partei für Schröders Kurs wahrgenommen wird - nach 16 Prozent im September glauben dies nun 27 Prozent -, verschlechtert sich der Rückhalt Angela Merkels in der CDU nach Ansicht der Befragten weiter. Nur 21 Prozent (September: 32 Prozent) gehen davon aus, dass die Partei sie inhaltlich voll unterstützt.

Für das Politbarometer wurden vom 26. bis 28. Oktober 1 239 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz beträgt bei den großen Parteien 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.

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