Zeichen nach der Krise: IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn

Zeichen nach der Krise
IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn

Die Krise ist vorbei, die Wirtschaft brummt wieder - und die Gewerkschaft IG Metall will das für ein Zeichen für deutlich höhere Löhnabschlüsse nutzen. Bei der ersten deutschen Stahl-Tarifrunde nach der Wirtschaftskrise fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten. Die Arbeitgeber lehnen das ab.
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HB GELSENKIRCHEN. Mit einer Forderung nach sechs Prozent mehr Einkommen geht die Gewerkschaft am Montag (6. September) in Gelsenkirchen in die Tarifverhandlungen für 85 000 Beschäftigte der Branche in NRW, Niedersachsen und Bremen. Die Arbeitgeber wollen in der ersten Runde nach Angaben eines Sprechers zunächst kein Angebot machen. Es sollten lediglich Positionen ausgetauscht werden. Die Sechs-Prozent-Forderung der IG Metall wies der Arbeitgeberverband Stahl als "nicht zu erfüllen" zurück.

"Vom Profit des Aufschwungs müssen alle Beschäftigten profitieren", forderte dagegen der nordrhein-westfälische IG-Metall- Bezirksleiter Oliver Burkhard. Der Gewerkschaft liege aber nichts an langen Ritualen. "Was zählt ist das Ergebnis. Und das muss fair sein", sagte Burkhard.

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Stahl, Bernhard Strippelmann, warf der IG Metall vor, die Verhandlungen zur "tarifpolitischen Speerspitze" machen zu wollen. Bei ihrer Forderung lasse die Gewerkschaft außer Acht, dass die Produktion im Jahr 2010 noch nicht die Durchschnittsmengen vergangener Jahre erreichen werde.

Neben den Einkommenserhöhungen sollen die Angleichung der Bezahlung von Leiharbeitern und Stammbelegschaften sowie die Entlastung von älteren Arbeitnehmern Schwerpunkte der Tarifrunden werden. Für die derzeit rund 5000 Beschäftigten, die noch mit über 60 Jahren in den Betrieben der Branche arbeiteten, wolle die Gewerkschaft eine Verkürzung der Arbeitszeit erreichen.

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