Zeitarbeit
FDP lenkt im Streit um Mindestlohn ein

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kämpft gegen "Lohndumping" bei Zeitarbeitsfirmen. Lange blockierte der Koalitionspartner FDP. Nun scheint er den Widerstand aufzugeben.
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HB BERLIN. Die FDP hat im Koalitionsstreit über einen Mindestlohn für die Zeitarbeit Kompromissbereitschaft signalisiert. "Wenn die Union auf einem Zeitarbeits-Mindestlohn beharrt, wollen wir uns dem nicht in den Weg stellen. Wir sind nicht dogmatisch", sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb, der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Bisher hatte die FDP die Einführung einer gesetzlichen Lohnuntergrenze für die Zeitarbeitsbranche strikt abgelehnt. Es gebe noch Meinungsunterschiede über die konkrete gesetzliche Umsetzung, sagte Kolb.

Zudem solle die Union eine Equal-Pay-Lösung für Zeitarbeiter unterstützen. Die FDP strebt an, Zeitarbeitern die gleiche Entlohnung wie Stammkräften zu gewähren, wenn sie einer ähnlichen Beschäftigung angehen. "Ich bin optimistisch, dass wir bald zu einer gemeinsamen Lösung kommen", sagte Kolb. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will zügig einen Mindestlohn in der Zeitarbeit einführen, um Lohndumping zu verhindern, wenn im Mai 2011 der deutsche Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus den EU-Beitrittsstaaten geöffnet wird.

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  • Jetzt fordern die arbeitsmarktpolitischen Sprecher der FDP für die Zeitarbeit schon den Lohngleichheitsgrundsatz und trotzdem würdigt man diesen aktuellen Populismus nicht ausreichend (siehe Kommentar von WFischer). Darüber sollte die FDP einmal nachdenken.

    Zeitarbeit ist eine eigenständige branche, deren Eigenständigkeit unter anderem durch eigene Tarifverträge ausgedrückt wird. Diese liegen nicht selten und mit zunehmender Tendenz sogar über denen der Stammbelegschaften. Ziel der Zeitarbeit ist nicht die Lohndrückerei, sondern Flexibilität der Arbeit. Das heißt aber nicht etwa Flexibilität bei den Arbeitnehmerrechten, wie die Gegner gern behaupten. bei konzerninterner Zeitarbeit, die eigentlich gar keine Zeitarbeit ist, liegen die Dinge anders.

    Da Zeitarbeit nicht eben beliebt ist, dient der budenzauber der FDP offensichtlich dazu, ein paar Stimmen zu fangen. Das ist weder liberal noch dient es der Sache. Man kann nur hoffen, dass die CDU weiter so besonnen wie bisher agiert.

    Arnd Schumacher

  • Es ist doch sehr verwunderlich, wie sich eine Politikerin ins Zeug legen für einen Mindestlohn, wo doch die damaligen Minister und Abgeordnete, die Zeitarbeits-Firmen als Allheilmittel für die industrie Prisen? Viele Groß-Firmen haben sich von ihrer Stammbelegschaft getrennt, um Lohnkosten zu senken, und als Leiarbeiter wider zu beschäftigen, natürlich zu niedrigen Hungerlöhnen. Es ist einfach nicht mehr weg zu diskutieren, wer im Staate das Sagen hat, es ist die Lobby der industrie, und nicht die sogenannten Volksvertreter.
    Schande über diese Menschen, die sich nur noch ihre Taschen füllen.
    Weg mit diesen Lügnern und betrügern.
    Danke

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