Deutschland
Zeitungs-Tarifstreit geht weiter

Für die rund 14 000 Redakteure an Tageszeitungen gehen die Tarifverhandlungen in die siebte Runde. Auch am Montag gab es keine Annäherung. Nach mehr als neun Stunden Gesprächen seien die Gespräche vertagt worden, teilten Gewerkschaften und Verleger mit.

HB FRANKFURT/M. Als neuer Termin werde möglicherweise der 24. Februar ins Auge gefasst, berichtete der Deutsche Journalisten-Verband (DJV). Die Gewerkschaften kündigten eine Fortsetzung der seit zweieinhalb Wochen andauernden Streiks an.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) modifizierte nach eigenen Angaben sein Angebot. Die Zahl der Urlaubstage soll danach von 35 auf 30 Tage gekürzt werden, für ältere Redakteure soll es aber bereits ab dem 41. Lebensjahr 32 Urlaubstage geben. Zuvor hatte der BDZV 32 Urlaubstage erst für Mitarbeiter über 50 Jahren angeboten. Das Urlaubsgeld soll nach dem Vorschlag der Verleger auf 80 Prozent eines Monatsgehalts gekürzt werden. Beim Gehalt boten die Verleger nach eigenen Angaben eine Erhöhung von 1,1 Prozent vom 1. Juni 2004 bis zum 31. Juli 2005 an.

„Die Unternehmen brauchen dauerhaft spürbare Kostenentlastungen“, sagte Werner Hundhausen, BDZV-Verhandlungsführer. „Die Vorstellungen der Gewerkschaften sind noch zu weit weg von der wirtschaftlichen Situation in den Verlagen.“

Der DJV wertete diesen Vorschlag als inakzeptabel. „Das ist ein Tarifdiktat, das wir so nicht akzeptieren können“, sagte ein DJV-Sprecher. „Die Arbeitgeber bleiben beinhart bei ihrer Position“, teilte die Gewerkschaft ver.di mit. „Wir haben ein Angebot vorgelegt, mit dem wir hart an die Grenze dessen gegangen sind, was wir nach zwei Wochen Streik vertreten konnten.“ Beide Verbände fordern aktuell einen Inflationsausgleich innerhalb von 24 Monaten. Beim Urlaubgeld sind sie zu einer zeitliche Absenkung auf 85 Prozent bereit. Die Gewerkschaften forderten den BDZV auf, seine Position zu überdenken.

Nach übereinstimmenden Angaben von Gewerkschaften und BDZV gab es am Montag bundesweit in Zeitungshäusern Streiks. Die Gewerkschaft Verdi gab die Zahl der Teilnehmer mit 2 000 an, die Verleger sprachen von 1 400 Redakteuren.

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