Zeitungsbericht
Bundeswehr rüstet in Afghanistan auf

Wegen der verschlechterten Sicherheitslage in Nordafghanistan rüstet die Bundeswehr ihre Einheiten laut einem Zeitungsbericht mit gepanzerten Kräften auf. Den ebenfalls geforderten Einsatz von „Tornado“-Kampfflugzeugen zur Aufklärung habe Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan jedoch abgelehnt, berichtet die „Welt“ (Samstag) ohne Nennung von Quellen.

HB BERLIN. Sie zitiert jedoch aus einem Bericht des Führungsstabes V des Verteidigungsministeriums, in dem Mängel bei Ausstattung und Ausrüstung der Einsatzkräfte und ihrer Lager beklagt werden.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wollte die Existenz des beschriebenen Papiers am Samstag weder bestätigen noch dementieren. „Zu internen Papieren wird grundsätzlich nicht Stellung genommen“, sagte er auf Anfrage. Die Sicherheitslage in Afghanistan sei kein stabiler Zustand. Veränderungen würden sehr genau beobachtet. „Und es wird dort gehandelt, wo Bedarf entsteht.“ Derzeit gilt die Lage in Afghanistan so unsicher wie nie seit dem Sturz der Taliban Ende 2001. Unter Hinweis darauf hatte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) unlängst angeordnet, dass die Soldaten nur noch geschützte Fahrzeuge benutzen dürfen.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Anschlägen, „der zunehmenden Enttäuschung und Unzufriedenheit der Bevölkerung, des ungebrochenen Einflusses ehemaliger Warlords und der organisierten Kriminalität“ sei eine „grundlegende Änderung der Lage“ festzustellen, zitiert die „Welt“ aus dem Bericht. Für den Fall einer drohenden Eskalation sollte eine „gepanzerte Reserve“ bereitgestellt werden. Sie soll aus „Fuchs“-Schützenpanzern bestehen und in Masar-i-Scharif stationiert werden. Die Bundeswehr hat dort ihren Hauptsitz im Norden des Landes. Außerdem sollen kleinere Fahrzeuge vom Typ „Wolf“ verstärkt eingesetzt werden.

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