Zeitungsbericht
Gauck streicht Besuch in der Ukraine

Laut eines Medienberichts hat Bundespräsident Joachim Gauck eine Reise in die Ukraine abgesagt. Grund ist die Sorge um die in Hungerstreik getretene Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.
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BerlinAngesichts der rechtsstaatlichen Situation in der Ukraine hat Bundespräsident Joachim Gauck nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ die Teilnahme an einem Präsidententreffen Mitte Mai in Jalta abgesagt. Dies sei in Absprache mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geschehen, schreibt das Blatt (Donnerstag). Hintergrund sei die tiefe Besorgnis der Bundesregierung über das Schicksal der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, die in der Haft schwer erkrankt und in einen Hungerstreik getreten ist.

Die ukrainische Botschaft in Berlin sei darüber informiert worden, dass Gauck einer Einladung zum Treffen zentraleuropäischer Präsidenten Mitte Mai in Jalta auf der Krim in der Ukraine nicht folgen werde, bestätigte das Bundespräsidialamt der Zeitung. Dabei habe ein Sprecher Gaucks Wert auf die Feststellung gelegt, dass „Auslandsreisen des Bundespräsidenten stets im engen Benehmen mit der Bundesregierung erfolgen“. Timoschenko gilt als Opfer politischer Rachejustiz im Auftrag des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Timoschenko hatte 2004 die gegen Janukowitsch gerichtete orangene Revolution angeführt.

Deutsche Politiker stehen auch vor der Frage, ob sie angesichts des Falls Timoschenko zur Fußball-Europameisterschaft im Juni in die Ukraine reisen können, wo die ersten drei Spiele der deutschen Mannschaft ausgetragen werden. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wird überlegt, bei möglichen Reisen von Bundespräsident, Bundeskanzlerin oder Ministern zur EM den Kontakt zur ukrainischen Führung auf ein Minimum zu reduzieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zeitungsbericht: Gauck streicht Besuch in der Ukraine"

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  • Bravo, ein Bundespräsident der Rückgrat hat und sich durchaus erwartungsgemäß mal unbequem zeigen kann. Diktatoren hätte man schon viel früher mal die Hand verweigern sollen.Nur solches Verhalten kann die Menschen aufrütteln.

  • bjarki

    Die Ukraine hat 45 Millionen Einwohner, selbst WENN man das Urteil gegen Julia T. anzweifelt ist das kein Grund 45 Millionen Menschen dafür zu bestrafen.

    Seit wann gilt denn in Europa wieder die Sippenhaft ?

    Tut mir leid, ich hege keine Sympathien für Frau T., sondern für die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine. Und ich bin mir sicher das ich ihr ebenfalls genauso egal bin wie den Kräften in der deutschen Politik sie "stützen". Wer keine 100 Mio auf einem Schweizer Konto hat ist für diese Leute Dreck.

    Die Frau ist Teil des Filzes von Antidemokraten das weite Teile von Europas Politik unterwandert hat. Networking nennen das manche KORRUPTION nenne ich es.

    Ich beobachte schon länger den Versuch diesen Luxusasylanten nach Deutschland zu verfrachten und DAS widert mich an.

    Die Dame lässt sich nicht von "Ärzten aus der Ukraine behandeln", sondern die müssen aus Berlin eingeflogen werden. Was ist denn mit den 45 Millionen Mitmenschen im Land, sollen dafür auch Ärzte aus Deutschland auf Kosten des deutschen Steuerzahlers eingeflogen werden ? Ja DAS ist ja was GAAANZ anderes...

    Ich vermute mal das Ganze läuft im Auftrag vom Ami. Merkel hat ja eh die deutsche Aussenpolitik abgeschafft und Berlin zur verlängerten Werkbank von Washington gemacht.
    [...]

    [+++Beitrag von der Redaktion editiert+++]


  • @Holzauge: die Bürger der Ukraine würden sich mit Abscheu von Ihrem Kommentar distanzieren, da sie wüssten, dass nur ein bezahlter Schreiberling so eine Unverschämtheit zu Papier bringen kann.

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