Zeitungsbericht
Kassen erwägen Beitragssatz-Anhebung

Warnung an die künftige Regierung: Die gesetzlichen Krankenkassen wollen einem Zeitungsbericht zufolge im kommenden Jahr den Beitragssatz anheben, falls nicht kurzfristig Sparmaßnahmen ergriffen werden.

HB BERLIN. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitierte aus einem Brief der Spitzenverbände der Krankenkassen an die designierte Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Franz Müntefering sowie Gesundheitspolitiker aus Union und SPD. Darin bittet der Verband, „Maßnahmen für kurzfristige gesetzgeberische Korrekturen zu vereinbaren, um im nächsten Jahr drohende Beitragssatzsteigerungen zumindest spürbar abzumildern“.

Der Verband rege an, Ärzte zu verpflichten, preisgünstige Medikamente zu verschreiben. Auch Pharmaindustrie und Apotheker sollten an den Kosten im Gesundheitswesen beteiligt werden. Der Verband begründe seine Forderungen mit dem Ausgabenzuwachs bei den Ausgaben für Arzneimittel im ersten Halbjahr um 20 Prozent und den hohen Krankenhausausgaben.

In den Koalitionsverhandlungen diskutieren Union und SPD derzeit über eine drastische Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung von derzeit 3525 Euro auf 3900 Euro oder sogar 5200 Euro. Gutverdiener und ihre Arbeitgeber müssten dann insgesamt eine Milliarde Euro mehr in die Krankenkassen einzahlen.

Ebenfalls als Sparmaßnahme im Gespräch ist die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen in der gesetzlichen Krankenversicherung einzuschränken. Konkret geht es um die Einführung eines „negativen Ehegattensplittings“, mit der ein Gerechtigkeitsproblem im bisherigen System der gesetzlichen Krankenversicherung behoben und zusätzliches Geld eingenommen werden solle. Betroffen davon wären ausschließlich Einverdiener-Haushalte mit hohem Einkommen. Bleiben soll die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern.

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