Zeitungsbericht
Regierung erwärmt sich für Schröder-Pläne

Während nun auch Ministerpräsident Stoiber heftig gegen Gerhard Schröders Mitarbeit beim russischen Pipeline-Konsortium wettert, schwenkt die Bundesregierung offenbar um: Dort soll es jetzt heißen: Das Engagement liege durchaus "im Interesse Deutschlands".

HB BERLIN. Als Ergebnis einer Sachstands-Analyse unter Beteiligung des Bundeswirtschaftsministeriums und mit Kenntnis des Kanzleramtes ist die Bundesregierung nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" mittlerweile intern zu der Einschätzung gelangt, der Wechsel des Altkanzlers liege durchaus "im Interesse Deutschlands und einer in Zukunft sicheren Energieversorgung". Man plädiere deshalb für eine "streng sach-orientierte Beurteilung" der gesamten Angelegenheit.

Weiter berichtete die Zeitung, Schröder könne als künftiger Aufsichtsratschef der russisch-deutschen Gaspipeline-Gesellschaft mit Aufwandsentschädigungen von jährlich brutto "bis zu 1,5 Millionen Euro" rechnen. Aus Kreisen des russischen Energiekonzerns Gazprom soll diese Summe als "angemessen für die verantwortliche Tätigkeit" bezeichnet worden sein.

Anders als von den deutschen Minderheits-Anteilseignern Eon und BASF erklärt, wonach Schröder keine operativen Tätigkeiten ausüben solle, lege Gazprom Wert auf die Feststellung, dass unter der Verantwortung Schröders "Entscheidungen mit weit reichenden Folgen" zu treffen seien. Dabei gehe es unter anderem um eine Gazprom-Offensive zur umfassenderen Beteiligung am europäischen Gasleitungsnetz, schreibt das Blatt. Dafür hätte man "keine bessere Person finden können" hatte zuvor Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew erklärt.

Schröder erst nach Wahlniederlage kontaktiert

Schröder wurde nach Angaben von Gazprom-Chef Alexej Miller jedoch erst nach Bekanntwerden seines Ausscheidens aus dem Amt der Vorsitz des Aufsichtsrats der Pipeline-Gesellschaft angeboten. „Das Angebot wurde zu einem Zeitpunkt gemacht, als bekannt wurde, dass Herr Schröder die große Politik verlässt und Deutschland einen neuen Kanzler haben wird“, sagte Miller der „Bild“-Zeitung.

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