Zeitungsberichte
Müntefering als Vizekanzler im Gespräch

In der SPD gibt es Zeitungsberichten zufolge Überlegungen, dass Parteichef Müntefering Vizekanzler in einer großen Koalition werden soll. Schröder würde sich demnach zurückziehen und Müntefering könnte als zweitstärkster Mann in einer Regierung mit der Union die Forderungen der Sozialdemokraten durchsetzen.

HB BERLIN. Gerhard Schröder und Franz Müntefering überlegten gleichzeitig, wie eine große Koalition von einem anderen Unionspolitiker als Angela Merkel geführt werden könne, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Partei- und Regierungskreise. Auch die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete, in der SPD werde über einen Eintritt Münteferings ins Kabinett diskutiert. Dies werde als Signal dafür gewertet, dass Schröder in dem Fall nicht mehr auf seiner Kanzlerschaft bestehe.

SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter nannte die Berichte pure Spekulation. "Nichts dergleichen hat irgendeinen Hintergrund", sagte er im ZDF. Im RBB-Inforadio sagte er jedoch zu Spekulationen um Schröder: "Natürlich steht da für niemanden was fest."

Vor Beginn der zweiten Sondierungsrunde über eine große Koalition ist die Kanzlerfrage zwischen Union und SPD weiter ungeklärt. Die Union beharrt auf der CDU-Vorsitzenden Merkel als Kanzlerin und macht dies zur Bedingung für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. Die SPD will Schröder weiter in diesem Amt sehen, macht dies aber nicht zur Bedingung.

Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete unter Berufung auf SPD-Kreise, Münteferings Wechsel ins Kabinett bedeute nicht automatisch, dass Merkel Kanzlerin werde. Beide Zeitungen schrieben, in der SPD werde spekuliert, dass CSU-Chef Edmund Stoiber Kanzler werden könnte, falls Merkel nicht zum Zuge kommt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete darüber hinaus, aus Sicht der SPD komme auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Wolfgang Schäuble, für das Kanzleramt in Frage.

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