Zeitungsinterview
Schäuble warnt vor "schmutzigen Bomben"

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich in einem Zeitungsinterview besorgt über mögliche terroristische Anschläge mit so genannten schmutzigen Bomben geäußert.

HB BERLIN. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste sei der Bau einer solchen mit radioaktivem Material verunreinigten Bombe eine realistische Option, sagte Schäuble der „Welt am Sonntag“.

„Tatsächlich lässt die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen oder schmutzigem Material die Gefahr wachsen, dass wir mit solchen Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus rechnen müssen“, sagte er. „Die Frage ist wohl nicht mehr, ob es einen Anschlag mit einer schmutzigen Bombe geben wird, sondern die Frage ist, wann und wo es ihn geben wird. Wir müssen diese Bedrohungen sehr ernst nehmen.“

Bei „schmutzigen Bomben“ handelt es sich um einen konventionellen Sprengsatz mit radioaktiver Beimischung. Schäuble sagte allerdings, konkrete Beschaffungsaktivitäten seien den Sicherheitsbehörden nicht bekannt. Zudem versuche der El-Kaida-Chef im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, seinen Einfluss auf gewaltbereite Islamisten in Europa zu verstärken.

Mit Blick auf den Atomstreit mit Iran sagte Schäuble, die Ereignisse in dem Land gäben Anlass zu größter Sorge. „Was dort passiert, kann sich nicht nur auf die Energiepreise auswirken, sondern eben auch auf die äußere und innere Sicherheit.“ Der Ausgang der Wahl in den Palästinensergebieten könne die Situation im Nahen und Mittleren Osten zusätzlich destabilisieren. Die teilweise Auflösung von staatlichen Strukturen führe zu veränderten Gefahrenlagen und Bedrohungsszenarien. „Vor diesem Hintergrund stellt die Entwicklung im Iran nicht nur in der Frage der Proliferation, in der Frage der äußeren Sicherheit, sondern natürlich in der Rückwirkung auch für das Leben in unserem eigenen Land eine Gefahr dar“, sagte Schäuble.

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