Zeitungszeugen: Schröder kritisiert geplante „Mein Kampf“-Auszüge

Zeitungszeugen
Schröder kritisiert geplante „Mein Kampf“-Auszüge

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sieht das neueste Vorhaben des Medienprojekts „Zeitungszeugen“ kritisch. Sie sagt, es brauche keinen Nachdruck von „Mein Kampf“-Auszügen, um die NS-Taten zu begreifen.
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Wiesbaden/BerlinBundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisiert den geplanten Verkauf von Auszügen aus Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“. „Um die Menschenverachtung der NS-Taten zu begreifen, braucht man angesichts zahlloser eindrucksvoller Orte des Grauens überall in Deutschland ganz bestimmt nicht Auszüge aus „Mein Kampf' in den Zeitschriftenständen“, sagte Schröder dem „Wiesbadener Kurier“ (Mittwochausgabe).

Der britische Verleger Peter McGee hat angekündigt, kommentierte „Mein Kampf“-Auszüge in Deutschland zu verkaufen. Schröder nannte das ein falsches Signal. Teile des Buches sollten in der Schule mit einer fundierten Kommentierung und fachlicher Begleitung behandelt werden. Dem früheren Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye, der zu Gelassenheit gemahnt hatte, warf sie Verharmlosung und falsche Toleranz vor.

McGee sagte der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe): „Es ist längst überfällig, dass eine breite Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommt, sich mit dem Originaltext auseinanderzusetzen.“ Für einen Außenseiter wie ihn wirke es fast, als gehe von „Mein Kampf“ eine dämonische Magie aus, gerade weil das Buch nicht verfügbar sei.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sagte dem „Spiegel“ zufolge, ein kommentierter Nachdruck könne „Mein Kampf“ ein Stück weit entzaubern.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zeitungszeugen: Schröder kritisiert geplante „Mein Kampf“-Auszüge"

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  • Nun ja, nicht daß jemand den Ausdruck "Weltfinanzjudentum" sinngemäß durch das Wort "Weltfinanzmafia" oder "Bankster" ersetzt.

  • Die ist von der CDU, das ist die Partei, die alles mitlesen & mithören will (siehe die von ihr seit 1,5 Jahrzehnten gewünschten Überwachungsgesetze). Die wollen nicht, dass WIR uns eine EIGENE Meinung bilden können, deswegen das Volk dumm halten und verblöden, wie sonst kommt die "intelligente" Bildungspolitik dieser Partei zu Stande.

  • Leute, Schröder sagt nicht "verbieten" sondern sie sagt "wenn dann an den Schulen, nicht am Kiosk". Da hat sie Recht.

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