Zentrale Feierlichkeiten in Potsdam
Politiker würdigen Aufbauleistung der Ostdeutschen

15 Jahre nach der Wiedervereinigung haben deutsche Spitzenpolitiker die Aufbauleistung der Ostdeutschen gewürdigt und zugleich auf die noch bestehenden Defizite hingewiesen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sicherte den neuen Ländern auch künftig Unterstützung „mit ganzer Kraft“ zu.

HB BERLIN/POTSDAM. Dabei bleibe die Bereitschaft der Menschen im Westen zur Hilfe unverzichtbar. Bundespräsident Horst Köhler unterstrich, dass „nicht überall in Deutschland“ gleiche Lebensbedingungen geschaffen werden könnten. Die CDU-Vorsitzende und Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel nannte den Aufbau Ost einen „beispiellosen Akt der nationalen Solidarität“. Allerdings habe sich wirtschaftlich die Schere zwischen Ost und West während der vergangenen Jahre wieder zu Lasten des Ostens geöffnet. Kanzler Schröder zeigte sich optimistisch, die hohe Arbeitslosigkeit im Osten in einer gemeinsamen nationalen Anstrengung schrittweise reduzieren zu können.

Eine Umfrage ergab, dass seit dem Mauerfall vor knapp 16 Jahren fast jeder dritte Westdeutsche (32 Prozent) noch nie in den neuen Ländern war. Besonders junge Westdeutsche zeigten nur geringes Interesse am Osten, ermittelte das Institut Forsa im Auftrag der „Bild am Sonntag“. Dagegen haben nur 4 Prozent der Ostdeutschen noch kein einziges Mal die alten Bundesländer besucht. Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit begannen am Sonntag in Potsdam mit einem großen Bürgerfest mit rund 150 000 Besuchern. Bis zum Ende des Festes am Montag werden bis zu 400 000 Menschen erwartet.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte das Fest gemeinsam mit dem Marschall der polnischen Partnerregion Masowien (Mazowieckie), Adam Struzik, eröffnet. Ohne die Freiheitsbewegungen der 80er Jahre in Osteuropa könnte Deutschland nicht den 15. Jahrestag der Wiedervereinigung begehen, sagte er. Zwar seien nicht alle Hoffnungen von 1990 in Erfüllung gegangen. Dennoch seien große Aufbauleistungen in Ostdeutschland vollbracht worden.

Brandenburgs stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) warnte, „Miesmachern“ auf den Leim zu gehen. Der eigentliche Tag der Einheit am 3. Oktober wird in Potsdam mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche eingeläutet, an dem auch Köhler und Schröder teilnehmen. Bei einem Festakt werden Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Bundesratspräsident Matthias Platzeck das Wort ergreifen.

In Potsdam wurde am Sonntag der zum vierten Mal verliehene Bürgerpreis zur Deutschen Einheit vergeben. Die mit 40 000 Euro dotierte Auszeichnung ging in diesem Jahr an sechs Empfänger. Mit ihr will die Bundeszentrale für politische Bildung Menschen, Projekte, Initiativen und Institutionen ehren, die einen besonderen Beitrag zur Gestaltung der inneren Einheit Deutschlands geleistet haben und weiterhin leisten.

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