Zentralem Vorwurf der Staatsanwaltschaft widersprochen
Holzer-Aussage entlastet Max Strauß

Unternehmer Dieter Holzer hat im Steuerstrafprozess gegen den Politikersohn Max Strauß einem zentralen Vorwurf der Staatsanwaltschaft widersprochen. Holzer sagte am Montag vor dem Landgericht Augsburg, eine dubiose Überweisung von 200 000 DM (etwa 100 000 €) von dem Schweizer Geheimkonto „Maxwell“ an seine Firma in Liechtenstein habe nichts mit Max Strauß zu tun.

HB AUGSBURG. „Das kann ich nicht nur sicher, das kann ich hundertprozentig sagen“, sagte der Lobbyist bei seinem mit Spannung erwarteten Auftritt. Es handele sich bei dem Geld um Provisionen, die ihm der Rüstungslobbyist Karlheinz Schreiber 1994 für Airbus-Geschäfte in China gezahlt habe.

Strauß ist angeklagt, über 2 Mill. € von Schreiber, einer Schlüsselfigur der CDU-Spendenaffäre, für Airbus-Geschäfte bekommen und nicht versteuert zu haben. Das Geld floss nach Ansicht der Anklage über das Konto „Maxwell“, wofür es aber keine Beweise gibt. Die Staatsanwaltschaft wirft Strauß vor, er habe die Überweisung von dem Konto „Maxwell“ veranlasst oder zumindest Zugriff auf das Konto gehabt, um ein Darlehn Holzers an einen Parteifreund zurückzuzahlen. Die Anklage stützt sich allein auf Indizien.

Holzer sagte, er habe zwar Strauß gut gekannt und seinem Parteifreund Curt Niklas auch ein Darlehn über 400 000 DM gegeben. Dieses Geld habe er aber bis heute nicht zurückbekommen und treibe es nun per Zwangsvollstreckung ein. Dies habe nichts mit dem umstrittenen Geldtransfer an seine Firma „Delta International“ in Liechtenstein zu tun. „Ich kann hundertprozentig sagen, das hatte nichts mit dem Darlehen zu tun“, sagte er auf Nachfrage.

Auch seien Geschäfte mit Strauß trotz der jahrzehntelangen Bekanntschaft nicht zu Stande gekommen. „Herr Strauß war noch zu jung, es kam nie zum Geschäft“, sagte Holzer, der beim Betreten des Gerichts Strauß zu nickte. Der gesundheitlich angeschlagene Angeklagte verfolgte die Aussage weitgehend regungslos, manchmal mit geschlossenen Augen.

Die Vernehmung Holzers war mehrfach verschoben worden, weil das Gericht Schwierigkeiten hatte, die Adresse des im Libanon lebenden Geschäftsmanns ausfindig zu machen. Er wurde in Frankreich wegen einer Verwicklung in die Affäre um den Verkauf der ostdeutschen Leuna-Werke zu einer Haftstrafe verurteilt und wurde auch vor den Parteispenden-Untersuchungsausschuss des Bundestags geladen. Der Hauptverdächtige Schreiber hat sich einer Strafverfolgung durch Flucht nach Kanada entzogen. Im Zuge der Ermittlungen gegen ihn wurde im Herbst 1999 die CDU-Spendenaffäre bekannt, weil Schreiber CDU-Politikern nicht korrekt verbuchte Barspenden übergeben hatte.

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