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ZEW-Berechnung: SPD-Steuerpläne schaden der Wirtschaft

exklusiv Um über zwanzig Prozent würde die effektive Belastung für viele Unternehmen steigen, wenn die SPD ihre Steuerpläne umsetzt. Für Deutschland wäre das ein großer Schaden, so ein Experte. Es drohe eine „reale Enteignung“.

Zu den Plänen der SPD gehört unter anderem das Anheben des Spitzensteuersatzes. Quelle: dpa
Zu den Plänen der SPD gehört unter anderem das Anheben des Spitzensteuersatzes. Quelle: dpa

DüsseldorfDie Steuerpläne der SPD würde die Wirtschaft hart treffen. Berechnungen des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung für das „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe) zeigen, dass die effektive Steuerbelastung eine typischen Großunternehmens um neun, eines mittleren Unternehmens gar um zehn Prozent steigen würde.  „Das würde dem Steuerstandort Deutschland sehr schaden“, sagte ZEW- Steuerexperte Christoph Spengel vom. Die Bedingungen für Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen würden verschlechtert und die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen vermindert.

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Noch stärker wird die Belastung, wenn man nicht nur die Unternehmensebene, sondern darüber hinaus auch noch die Eigentümerseite betrachtet. Hier schlagen vor allem die höhere Abgeltung- und Einkommensteuer zu Buche. Summiert man diese Belastungen dazu, würde die effektive Belastung von Gewinnen eines Großunternehmens um gut 20 Prozent steigen, die eines mittelgroßen um knapp 16 Prozent steigen. „In Krisenzeiten führt die Vermögensteuer zu einer realen Enteignung“, resümiert Spengel.

Schwarzbuch Die schlimmsten Fälle von Steuerverschwendung

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Die SPD plant neben der Wiedereinführung der Vermögensteuer die Abgeltungsteuer von 25 auf 30 Prozent anzuheben. Außerdem soll der Spitzensteuersatz auf 49 Prozent steigen.

  • 24.10.2012, 19:39 UhrRDA

    Im Umkehrschluss heißt dieses Wehklagen, dass Hans Eichel nach seiner "Steuerreform 2000" in Geld hätte schwimmen müssen - schließlich wurden Kapital, Besserverdiener und Unternehmen entlastet. Meines Erachtens hatte er aber so große Löcher im Haushalt, dass ganz kräftig bei den Sozialversicherten und Lohnsteuerzahlern gespart werden musste. Die Vermögensteuer ist übrigens nicht per se vom BVerfG abgelehnt worden, sondern nur deren damalige Ausgestaltung.

    Der Spitzensteuersatz kann sogar auf 60% angehoben werden, wenn im Gegenzug die Sozialversicherten ihre Sozialabgaben vom festgesetzten Steuerbetrag abziehen können und negative Beträge per negativer Einkommensteuer zurückbekommen. Aber das wird niemals Realität werden, weil dann offensichtlich würde, dass die vermeintliche demografische Katastrophe in Wirklichkeit eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit des Steuer- und Abgabensystems ist.

  • 24.10.2012, 14:18 UhrProzentrechnung

    Die liebe Prozentrechnung hat so ihre Tücken und mit diesen kann man die Leute wunderbar an der Nase herumführen.

    Als seinerzeit die Mehrwertsteuer erhöht wurde, nutzten die Medien die Formulierung "AUF" statt "UM".

    Die Steuer stieg von 16% auf 19%. Legt man den heutigen Artikel zu Grunde, müsste man sagen, die Steuer stieg um 18,75%.

    Ein Beispiel: Auf 100 EUR wurden vorher 16 EUR Steuer fällig und nach der Anhebung waren es 19 EUR. Bezogen auf die 16 EUR stellen die 3 EUR eine Erhöhung um 18,75% dar (3:16x100).

    Diese Beispiel dient aber nur zur Erläuterung der Irreführung dieses Artikels. Denn Bezogen auf die 100 EUR Ausgangswert wurde die Steuer um 3% angehoben.

    Wenn die SPD jetzt statt 25% Abgeltungssteuer 30% fordert, bedeutet dies eine Erhöhung von 5% bezogen auf den zu versteuernden Wert.

    Will man aber die Leute hinter das Licht führen, dann erklärt man in einem Gutachten die 5% Differenz als 20%ige Anhebung der Steuer.

    100 EUR Gewinn -> 25 EUR Steuer alt
    100 EUR Gewinn -> 30 EUR Steuer neu

    5 EUR sind 20% von 25 EUR. Daher die Erkenntnis die Steuer stieg "UM" 20%.

    Die Familie Quandt (BMW) erhielt für diese letzten beiden Jahre eine Dividende von zusammen über 1.000.000.000 EUR (1 Milliarde). Für dieses Einkommen gelten bisher die 25% Abgeltungssteuer. Mit 30% Abgeltungssteuer hätte die Familie Quandt immer noch 700.000.000 EUR netto in ihre Familienkasse.

  • 24.10.2012, 00:40 UhrMueller

    Die Bedingungen für Investitionen? Deutschland hat gemessen am BIP in den letzten jahre eine der miesesten Investionsquoten. Bitte mal den Ball flach halten.

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