ZEW-Präsident fordert Verzicht
Mindestlohnpläne sind "ökonomischer Unsinn"

ZEW-Präsident Walter Franz fordert die Regierung auf, sich ganz von ihren Plänen zum Mindestlohn zu verabschieden. Der Ökonom, der zum Rat der „Wirtschaftsweisen" gehört, schreibt in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt, hinter Plänen für einen Mindestlohn im Postbereich verberge sich „Protektionismus pur".

DÜSSELDORF. Es gehe lediglich darum, Konkurrenten der Deutschen Post abzuwehren. Der Verbraucher müsse für diesen „ökonomischen Unsinn" bezahlen, schreibt Franz. Der ZEW-Präsident betont, sehr viele Studien hätten die Schädlichkeit von Mindestlöhnen für die Beschäftigung erwiesen. Eine neue viel diskutierte Studie habe zwar für das westdeutsche Baugewerbe eine eher gegenteilige Tendenz ergeben. Aber diese Effekte seien statitisch kaum signifikant, dagegen seien deutlich die negativen Effekte für Ostdeutschland. Zudem könnten Ergebnisse für den Bau kaum auf andere Branchen übertragen werden.

Der Ökonom warnt, wenn einmal ein Mindestlohn eingeführt sei, würde er aus politischen Gründen auch steigen und so noch mehr Unheil anrichten. Franz räumt ein, dass es ohne Mindestlohn in einzelnen Fällen zu Mitnahmeeffekten kommen könnte, wenn Unternehmen Löhne senkten, die dann durch zusätzliches Arbeitslosengeld II aufgestockt würden. Aber dieser Effekt sei geringer als der zu befürchtende Schaden durch Mindestlöhne.

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