Ziel: Afghanistan
Bundeswehr-Tornados sind in der Luft

Die Tornado-Jets der Bundeswehr sind in Richtung Afghanistan gestartet. Unterwegs sind mehr Maschinen als geplant, da die Bundeswehr offenbar technische Probleme einkalkuliert. Vor Ort sollen sie den Kampf gegen die Taliban unterstützen. Die radikal-islamische Gruppe verkündete unterdessen: Tausende Selbstmordattentäter stünden bereit, um westliche Truppen anzugreifen.

HB JAGEL/SPIN BOLDAK. Auf dem Fliegerhorst in Jagel in Schleswig-Holstein hoben am Montag sechs Maschinen ab. Verteidigungsminister Franz Josef Jung verabschiedete die Piloten und rund 200 weitere Soldaten persönlich. Die mit Spezialkameras ausgestatteten Tornados sollen ab der zweiten Aprilhälfte vom deutschen Hauptquartier im nordafghanischen Masar-i-Scharif zu Aufklärungsflügen starten und Luftbilder aus dem ganzen Land liefern. Bewaffnet sind die Jets nur zum Selbstschutz. Kritiker lehnen den Einsatz als direkte Kriegsbeteiligung ab.

Jung sagte beim Abschiedsappell, mit den sechs Aufklärungsmaschinen werde die „Wirksamkeit der Stabilisierungs- und Sicherheitsoperationen der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan gesteigert“. Damit werde der Schutz der Soldaten, der zivilen Helfer und der Bevölkerung verbessert.

Bereits am Morgen waren vier Tornados abgeflogen. Sie sollen nach Angaben aus Bundeswehrkreisen die am Vormittag gestarteten Jets einen Teil der Strecke begleiten, um im Falle technischer Probleme Maschinen austauschen zu können. Am Donnerstag werden die Tornados nach Zwischenstopps in Sardinien und den Vereinigten Arabischen Emiraten in Masar-i-Scharif erwartet. Dort werden nach Angaben der Bundeswehr lediglich sechs Tornados stationiert sein.

Der Bundestag hatte die Entsendung der Flugzeuge Anfang März gebilligt. Deutschland kommt damit einer Anfrage der Nato nach. Aufgabe der sechs so genannten Recce-Tornados ist es, Aufklärungsfotos aus ganz Afghanistan zu liefern und damit den Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban zu unterstützen. Die Tornados sollen Taliban-Stellungen ausfindig machen, damit diese von Nato-Partnern gezielt angegriffen werden können. .

Jung sagte, so könne die im Süden kämpfende Isaf-Truppe „verhältnismäßiger und angemessener reagieren“. Derzeit sind bereits rund 3100 deutsche Soldaten vor allem im Norden des Landes stationiert. Auch dort hatte sich die Sicherheitslage zuletzt deutlich verschlechtert und nach Einschätzung des Bundeskriminalamts praktisch der Situation im umkämpften Süden angeglichen.

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