«Zivilcourage beweisen»
Schröder fordert von Muslimen Bekenntnis zur deutschen Rechtsordnung

Bundeskanzler Schröder hat von Muslimen ein «unmissverständliches» Bekenntnis zur deutschen Rechtsordnung gefordert. Er warnte vor einem «Kampf der Kulturen» und dem Aufbau von Parallelgesellschaften.

HB BERLIN. Von in Deutschland lebenden Muslimen hat Bundeskanzler Gerhard Schröder gefordert, sich «unmissverständlich» zur Rechtsordnung in Deutschland zu bekennen. Einwanderer müssten Integrationswillen zeigen, sagte Schröder. Das betreffe besonders die Bereitschaft, die Sprache zu lernen. «Ohne sie können keine Integration und kein Dialog gelingen.» Schröder warnte weiter vor einem «Kampf der Kulturen» und der Entwicklung von Parallelgesellschaften in Deutschland.

Die Bürger in Deutschland müssten Zivilcourage gegen Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus zeigen, sagte Schröder. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen könne man nicht einfach an Politik und Polizei «wegdelegieren».

Schröder betonte während seiner Rede bei der Verleihung des Preises für Verständigung und Toleranz an Alt-Bundespräsident Johannes Rau in Berlin, Menschen- und Minderheitenrechte sowie die Garantie von Meinungs-, Glaubens- und Religionsfreiheit müssten immer wieder neu errungen werden. Dazu seien Menschen nötig, «die nicht wegschauen, wenn Unrecht geschieht, die Zivilcourage im Alltag beweisen.»

Schröder hob in seiner Rede hervor, Rau habe wie kaum ein anderer gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit gekämpft. Gerade dem Staate Israel und dem Judentum habe sich der frühere Bundespräsident verbunden gefühlt.

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