Zu wenig Ingenieuren und Naturwissenschaftlern
Mangel an Fachkräften bedroht den Innovationsstandort

Deutschland droht nach Einschätzung der Bundesregierung in den nächsten Jahren ein Mangel an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren. Dies sei eine „massive“ Gefahr für den Innovationsstandort Deutschland, warnt der neueste Regierungsbericht zur technologischen Leistungsfähigkeit, der dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt.

HB BERLIN. Zwar seien zuletzt die Studentenzahlen wieder gestiegen - angesichts der anstehenden „Verrentungswelle“ in diesem sensiblen Bereich „reicht das aber nicht einmal, um den Status Quo zu erhalten“, heißt es in dem vom Bundesforschungsministerium in Auftrag gegebenen Bericht. Unübersehbar werde das Problem spätestens dann, wenn die Konjunktur anziehe, warnt Autor Hariolf Grupp vom Fraunhofer Institut für Innovationsforschung in Karlsruhe.

Insgesamt sehen die Experten Forschung und Entwicklung in der deutschen Wirtschaft „auf der Kippe“. Für 2003 sei sogar ein leichtes Minus der Gesamtausgaben zu erwarten. Die Achillesferse sei dabei der Rückzug der kleinen und mittleren Unternehmen. In den USA trieben gerade die kleineren Unternehmen die Spitzentechnologien in der Informations- und Kommunikationsbranche, der Biotechnologie und Pharmazie voran, in denen die USA insgesamt vor Deutschland rangiere, schreiben die Innovationsexperten.

Um Forschung und Entwicklung (FuE) in der Wirtschaft zu fördern, empfiehlt die Studie der Bundesregierung dringend, über Steuervergünstigungen nachzudenken. Nationen wie Frankreich und Großbritannien hätten hier massiv aufgestockt, Japan den Steuerbonus jüngst sogar verzehnfacht, berichtet Co-Autor Georg Licht vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. „Deutschland hingegen ist eines von nur drei Ländern der alten EU-15, das FuE nicht steuerlich fördert“, so Licht. Insgesamt finanziert der Staat in Großbritannien, Frankreich und den USA zehn bis zwölf Prozent der FuE in Unternehmen, hier sind es nur gut sieben Prozent.

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