„Zückerli für die Freunde“
Ackermanns Kanzleramt-Party mit Frank Elstner

Im Parteienstreit um ein im Kanzleramt ausgerichtetes Geburtstagsessen für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann schlagen SPD und Union schärfere Töne an. Zusätzliche Nahrung erhält der Parteienstreit durch die Gästeliste. Danach sollen nicht nur Verbandsvertreter anwesend gewesen sein, sondern auch Prominente wie der TV-Moderator Frank Elstner.

HB DÜSSELDORF. Wie die „Rheinische Post“ berichtet waren zu dem umstrittenen Essen Politiker, Manager von deutschen Großunternehmen wie Bayer, BASF und Siemens sowie unter anderen der TV-Moderator Frank Elstner eingeladen. Insgesamt hätten an der Feier am 22. April vergangenen Jahres 25 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur teilgenommen. Die Zeitung berief sich dabei auf die ihr vorliegende Einladungsliste. Ein Sprecher der Bundesregierung wollte den Bericht nicht kommentieren.

Demnach kamen auf politischer Seite Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) ins Kanzleramt. Politiker anderer Parteien - auch des Koalitionspartners SPD - waren demnach nicht eingeladen.

Nach Informationen des Blattes kamen aus der Wirtschaft unter anderem die Vorstandsvorsitzenden von BASF, Jürgen Hambrecht, von Bayer, Werner Wenning, und des Springer-Verlags, Matthias Döpfner. Anwesend waren demnach auch der Berater Roland Berger, Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, der frühere Deutsche-Bank-Vorstand Tessen von Heydebreck sowie der Bankier Friedrich von Metzler. Außerdem seien auch die Schaeffler-Hauptgesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler und die Verlegerin Friede Springer geladen worden.

Aus Wissenschaft und Kultur nahmen demnach neben TV-Moderator Elstner unter anderen der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, sowie der Organisator des Lindauer Nobelpreisträgertreffens, Wolfgang Schürer, teil.

Die Bundesregierung soll am Mittwoch den Haushaltsausschuss des Bundestags über das Abendessen informieren. Der Parteienstreit um das Geburtstagsessen nahm indessen an Schärfe zu. Der SPD- Haushaltsexperte Johannes Kahrs verlangte Aufklärung über die Kosten und darüber, ob es es noch weitere solcher Veranstaltungen im Kanzleramt gab. CDU-Haushaltspolitiker Steffen Kampeter konterte am Dienstag und nannte die Kritik von Opposition und SPD scheinheilig: „Die Beschreibung als Sause oder Party ist absurd.“

Die Kritik entzündet sich daran, dass Ackermann im April 2008 selbst die Gäste zu dem Essen aus Anlass seines 60. Geburtstags geladen haben soll und dieses auf Kosten der Steuerzahler bezahlt worden sei. Dem Vernehmen nach haben an dem Essen deutsche Manager, Vertreter aus Kultur sowie prominente Wissenschaftler teilgenommen. Das Kanzleramt hat die Vorwürfe bereits zurückgewiesen.

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