Zukunft des Euro

Schäuble schließt Ende des Euro aus

Bundesfinanzminister Schäuble rechnet damit, dass die Euro-Länder die Schuldenkrise im kommenden Jahr in den Griff kriegen. Eine Signalwirkung habe dabei die schnelle Kapitalausstattung des Euro-Rettungsfonds ESM.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Quelle: dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

(Foto: dapd)

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist zuversichtlich, dass die Europäer 2012 die Schuldenkrise in den Griff bekommen. „Ich glaube, dass wir in den nächsten zwölf Monaten soweit sind, dass wir die Ansteckungsgefahren gebannt und die Eurozone stabilisiert haben werden“, sagte Schäuble im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagsausgabe). Er sei „zuversichtlich, dass alle Euro-Staaten große Fortschritte bei der Bewältigung der jeweiligen Probleme gemacht haben werden“.

Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone schloss der Minister aus: „Eine Währungsgemeinschaft schweißt das Schicksal von Staaten zusammen“, sagte Schäuble. „Die politisch Verantwortlichen der Euro-Zone tun deshalb alles, um ein Auseinanderfallen zu verhindern.“

Schäuble besteht darauf, dass Länder mit hohen Schulden, wie Italien und Spanien, „glaubhaft alles unternehmen, um selbst nachhaltig ihre Probleme zu lösen.“ Zweitens müsse die beim letzten EU-Gipfel beschlossene Stabilitätsunion durchgesetzt werden. Unter diesen Voraussetzungen könnten dann „Lösungen für die akuten Finanzierungsprobleme einzelner Länder“ bereitgestellt werden.

„Für manche Staatsanleihen muss im Zweifel ein etwas höherer Zinssatz bezahlt werden“, sagte Schäuble. Dies sei „nicht schädlich und kann zudem die Einsicht fördern, dass man die eigentlichen Ursachen der Krise in Angriff nehmen muss: zu hohe Schulden und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Schäuble.

Der Bundesfinanzminister sprach sich erneut dafür aus, den dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM so schnell wie möglich mit Barmitteln auszustatten. „Je früher wir die 80 Milliarden Euro Kapitaleinlage zusammen haben, umso besser ist dies“, sagte er.

„Es wäre das stärkste Signal, dass die Mitgliedsländer der Euro-Zone zu ihrer gemeinsamen Währung stehen, und zwar unter allen Umständen.“ Es komme aber nicht nur auf Deutschland an. Die Bereitschaft und Fähigkeit der anderen Eurostaaten sei auch relevant. „Aber ich sage noch einmal: Deutschland wird in dieser Frage nicht der Bremser sein.“ Die Vorarbeiten für die Einrichtung des ESM will Schäuble im ersten Quartal 2012 abschließen, damit der Fonds ab Mitte 2012 aktiv sein kann.

Hinsichtlich der Umschuldung Griechenlands lehnt Schäuble die Forderungen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nach einer Beteiligung der öffentlichen Gläubiger am Schuldenschnitt ab. „Der öffentliche Sektor trägt ja sowieso das, was der Privatsektor nicht übernimmt“, sagte der Finanzminister im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagsausgabe). „Insofern muss sich niemand bei den privaten Finanzinstituten Gedanken machen, dass sich der öffentliche Sektor nicht genügend in Griechenland engagiert.“

Falls Ackermann mit dieser Forderung darauf abziele, dass auch die Europäische Zentralbank auf ihren Bestand an griechischen Anleihen einen Schuldenschnitt von 50 Prozent vornimmt, dann „würde ich Herrn Ackermann und allen anderen, inklusive mir, raten, mit Blick auf die Unabhängigkeit derselben solche Diskussionen nicht fortzusetzen“, so Schäuble.

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54 Kommentare zu "Zukunft des Euro: Schäuble schließt ein Zerbrechen der Euro-Zone aus"

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  • Ansteckung gebannt...welch Hohn.

    Seit dem Interview sind die Renditen italienischer Staatsanleihen - trotz Kreditgeschenke der EZB in Höhe einer halben Billionen Euro und unverblümter Staatsfinanzierung über den Umweg der Geschäftsbanken, die – dank Garantien aus Pleite-Rom – fortan ihr eigenes Geld drucken. Ganz zu schweigen über Draghis altbekannten Goldman-Sachs-Trick, mit dem man schon die Bilanzen Athens jahrelang frisiert hatte, indem man US-Dollarkredite, frisch aus der FED-Notenbankpresse, aufkauft - um diese Gelder Bilanz neutral an Geschäftsbanken weiterzureichen (22.12., 33 Mrd. Euro).

    Und gestern meldete auch Madrid wieder Horrorzahlen: Mit einem gewaltigen Staatsdefizit von 6-8% scheitert Spanien klar an den Sparvorgaben der europäischen Union für 2011. EU-Währungskommissar Oliver Rehn sprach sein "Bedauern" aus und "hofft" einmal mehr auf die Einhaltung der Planvorgaben für 2013 durch die neue Mitte-Rechts-Regierung unter Mariano Rajoy.

    Experten zeigen sich entsetzt über das Ausmaß des Defizits, welches gleichzeitig die Rezession anheizen wird. Um das Maastrich-Kriterium von 3% Defizit einhalten zukönnen, halten Fachleute Einsparungen von 35 Mrd. Euro für notwendig – doch Madrid spricht gerade mal von mageren 15 Mrd. Euro. Spaniens Regierung ignoriert weiterhin rasante Ausgabenerhöhungen infolge des Festhaltens an die inflationsgebundene Rente.

    Ein Schönes Bsp. dafür, wie mickrig die Einsparungen der Regierungen Südeuropa - trotz Alarmstufe rot - im Verhältnis zu den Aufwendungen, für die der deutsche Steuerzahler schon seit 2007 einzustehen hat, ausfallen. Interessant auch, dass hierzulande die Renten brutal zusammengekürzt werden, während man munter weiter Staaten mit großzügigen Inflationsausgleichs-Regelungen bei den Altersgeldern finanziert – und das trotz einer Eigentumsquote von 85% in Spanien.

    Derweil zahlen Investoren an Nicht-Euro-Staat Dänemark mittlerw. Prämien dafür, dass sie Nicht-Euro-Anleihen in ihr Por

  • Ps: Lesen Sie es einfach _hier_ nach

    http://www.welt.de/politik/article13706612/US-Papier-enthuellt-deutsche-Euro-Fehleinschaetzung.html

  • @azaziel

    Ganz, ganz dämliches Argument: Damals hätten die 20Mrd gereicht, aber Madame fand ja - können Sie den Wikidokumenten entnehmen, die mal in der WELT erschienen - in Gegenwart Amerikanischer Diplomaten, die dummerweise etwas mehr von der Sache verstanden als de Physikerin, das sei alles kein Problem und sie könnte das locker auf einer ****backe aussitzen.

    Das es mehr geworden ist, liegt ausschließlich an der Dummheit, die sie in diesem Moment zum Entsetzen ihrer gesprächspartner offenbarte und an der sich bis heute _nichts_ geändert hat.

    Und überhaupt: Wie doof muss man sein, den Spiegel zu zitieren - es sei denn Sie zitieren hier einen Artikel von Münchau - in diesem Falle habe Sie den ganzen Rest unterschlagen und sich nur rausgepickt, was Ihnen passt oder, wahrscheinlicher, was Sie davon verstanden haben.

  • "2012 kommt der Euro -Untergang"

    Darf ich Sie 2013 damit zitieren und Ihnen einen Euroin den Hut werfen ...

    Nicht für Sie, für Ihren Hund natürlich.

  • Werter Zeitzeuge,

    "Er ging in die Öffentlichkeit, schlug seine 97 Thesen am Gebäude des Systems an"

    Ahem, wenn Sie an Märchen zu glauben belieben: Das mit den Thesen ist eine schöne _Fama_ aber keine historische Geschichte.

    "(Herzliche Grüße eines Proestanten, der selbst auch auf die Straße geht...)"

    Der Witz im Witz: Sie protestieren gegen Stuttgart 21, richtig? Also immer, wenn irgendwas mausetot ist wie die DM oder der Protest Stuttgart21 kommen Sie hinterhergedackelt und protestieren? Das ist ja so was von putzig!

    Ehrlich, Sie sind mein Held, ein wahrer Don Quichotte, der gegen Windmühlen anreitet (die damals für die Moderne standen, falls Sie den Witz nicht verstehen, was ich unterstelle).

    Romantisch aber sowas von bescheuert ...

  • "Merkwürdig"

    Da steckt ein ganz ganz ganz finstere Verschwörung dahinter, die Insider "Weihnachtsferien" nennen, aber wir kennen sie ja, diese Heimlichtuer, in Wirklichkeit treffen sie sich mit den Illuminaten, Bilderbergern, den Abgesandten der Marsianer, denen sie in Area 51 seit 1945 dort Unterschlupf gewähren (oder war es jetzt der Adolf?) und hecken finstere Machenschaften aus, um uns alle in Zombies zu verwandeln.

    Wollen wir mal hoffen, daß Sarko in Wirklichkeit nur mit seiner kleinen Tochter auf dem Bärenfell herumtollt und froh ist, daß er die Merkelsche für eine Woche mal nicht sehen muss.

    Und daß die "Regentin" Zeit hat, die ganzen Louis de Funes Filme zu gucken, die ihr Mann ihr geschenkt hat, damit sie den Sarko endlich mal versteht.

    In diesem Sinne: Guten Rutsch in ein noch paranoideres 2012 und gehen Sie uns nicht verloren: WIR (der Bund der PSYOPS) haben wirklich einen Heidenspaß bei der Lektüre Ihrer "Zeitzeugenschaft"!

  • "deutschen Volkes?"

    Wenn Sie mir jetzt bitteschön erklären könnten, was das ist, dieses ominöse "deutsche Volk" ...

    Ich hab' nämlich keine Ahnung, was das sein soll, kann mir aber ganz gut vorstellen, was Sie sich darunter vorstellen - und muss Ihnen sagen: DAS deutsche Volk gibt es nicht, es gibt die deutsche Gesellschaft und in der herrscht eine Trilliarde unterschiedlicher Vorstellungen davon, wie die Dinge sein sollen - und offen gestanden, sollte jemand versuchen, daraus wieder _eine_ zu machen, wird die Bombe definitiv früher plaziert und den richtigen dann auch richtig erwischen, damit "wir" uns nachher nicht wieder anhören müssen, "wir" wären zu dämlich dazu.

    Her Schäuble ist ein gewählter Vertreter der Deutschen, von der ebenfalls gewählten Kanzlerin ernannt und tut damit das, wovon er überzeugt ist, daß es im Interesse der Deutschen ist.

    Ganz einfache Nummer - wenn Ihnen das nicht passt, gehen Sie doch rüber. Wie wär's mit Ungarn, da bastelt gerade einer an so etwas wie einem "Volk" ...

  • "an die Studenten-Unruhen im Jahre 1968, die ja bekanntlich zum Rücktritt von Charles de Gaulle führten"

    Äh, sorry, habe ich das richtig verstanden: Die französischen 68er waren eine Bewegung, die vom amerikanischen Geheimdienst installiert wurden, um de Gaulle zu stürzen???

    Echt?

    Wo haben Sie das gelernt? In Ihrer Ortsgruppe???

  • Bis heute fehlen die wöchentlichen "Stoppt den EURO"-Stammtische in den Städte des Landes!

  • Vielleicht wird er deshalb auch mit einem Gollum verglichen...

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