Zukunft von Bayerns Ministerpräsident offen
Seehofer geißelt Populismus

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer lehnt „Populismus als bevorzugtes Politikelement“ ab – lässt sich aber auch eine Hintertür für seine eigenen Sprüche. Offen bleibt auch, ob er 2018 aus seinem Amt scheidet.
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MünchenPopulismus darf aus Sicht von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kein Politikersatz sein. „Populismus als bevorzugtes Politikelement lehne ich ab“, sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur in München. Das heiße ja, dass man populistisch alles problematisiere, aber keine Lösungen anbieten könne. „Dass allerdings jeder Politiker, ausnahmslos, gelegentlich populär spricht, auf Marktplätzen, in Bierzelten, vor vielen Menschen, das ist erlaubt und in Ordnung.“

Seehofer ließ weiter offen, ob er 2018 aus dem Amt scheiden will. Er wolle das Leben nach der Politik zufrieden führen, „auch über das, was man hinterlässt“, sagte er. „Ich will nicht in gebückter Haltung durch Bayern gehen müssen und hoffen, dass mich keiner erkennt, weil meine politische Hinterlassenschaft gramvoll wäre.“

Mit Blick auf den Unions-Streit über die Flüchtlingspolitik sagte Seehofer, er sehe keinen dauerhaften Schaden. „Normalisierungsprozesse finden allerdings nicht statt durch Ankündigungen, sondern durch Tun.“ Eine inszenierte, gekünstelte Partnerschaft würde sofort durchschaut werden. „Deshalb sind wir beide uns sicher, die Kanzlerin und ich, es muss eine ehrliche Normalisierung stattfinden. Deshalb braucht es auch Zeit.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zukunft von Bayerns Ministerpräsident offen: Seehofer geißelt Populismus"

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  • @Herr Clemens Keil, 27.12.2016, 10:12 Uhr

    Beiträge auf Youtube anhören kann ich zwar nicht, aber einfach nur Ihre Kommentare zu lesen macht auch Spaß. Herrlich!

  • Populismus ist falsch? Warum kümmern sich die Politiker nicht um ihre Bürger, sondern verachten sie nur? Beispiel Armut: Laufend zu lesen: Unsere Politiker wollen die Armut für alle Deutschen, besonders Kinderarmut wollen Sie. Oder alles nur für Ausländer!

  • ...
    Statt Anzahl der "Monstertrassen" = 2, jetzt Anzahl der "Monstertrassen" = 2-x, bei x=0 (x bezeichnet auch die Größe des Verhandlungserfolges von Seehofer)!
    Statt Finanzierung der Energiewende aus einem staatlichen Fonds, Finanzierung durch die Verbraucher über die EEG-Umlage, und neuerdings statt weiterer Erhöhung der EEG-Umlage, Finanzierung aus einem staatlichen Fonds.
    Statt Betreuungsgeld gibt es eine "Klatsche" vom Verfassungsgericht.
    Statt Mindestlohn (in der Regierung mitbeschlossen), gibt es eine CSU-Dagegen-Kampagne.
    Statt "Das soll bis Aschermittwoch abgeschlossen sein" heißt es später: "Darüber müssen wir nicht bis Ostern entscheiden".
    Statt EURO-Bonds/Transferunion (im Wahlkampf abgelehnt) gibt es Milliardenkredite ohne Rückzahlung (sicher).
    Statt CSU 2.0 gibt es CSU-alt (bereits umgesetzt).
    Statt Seehofer-Nachfolger gibt es Nachfolger Seehofer (definitiv, da alternativlos).
    Statt Populismus gibt es Populismus ("das ist völliger Quatsch").
    Verkehrte Welt?
    Mein Tip:
    http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
    Viel Spaß beim Anhören!

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