Zukunftsatlas 2010
„Mainhattan“ lässt die Finanzkrise hinter sich

Ausgerechnet das Finanzzentrum der Bundesrepublik geht gestärkt aus der Krise hervor: In Frankfurt sinkt die Arbeitslosigkeit, wächst die Bevölkerung und steigt die Lebensqualität. "Mainhattan" bietet mehr als Banken. Wie die Stadt ihre Lage in der Mitte Europas nutzt.
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FRANKFURT. Oleg de Lousanoff ist ein typischer Frankfurter: kosmopolitisch, ehrgeizig, offen und direkt. Ein Jurist mit profunder Wirtschaftskompetenz, hohem Reiseaufkommen, einem Schreibtisch im Wolkenkratzer - und der Überzeugung, dass seine Stadt "weitaus attraktiver ist als ihr Ruf".

Der Zukunftsatlas von Prognos, der mehr als 400 deutsche Städte und Kreise vergleicht, gibt dem Partner der Sozietät Hengeler Mueller recht: Die Metropole am Main, in der Menschen aus 190 Nationen und mehr Akademiker als im Bundesschnitt leben, landet darin erstmals unter den ersten zehn; auf Rang sieben. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, die Bevölkerung wächst.

Viele Studien untermauern den Aufwärtstrend: Rund 90 Prozent der Bürger leben gern in der Region Frankfurt Rhein-Main, hat die Hertie-Stiftung ermittelt. Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut nennt Frankfurt die zukunftsfähigste deutsche Stadt. Die Immobilienberater Cushman & Wakefield platzieren sie auf Platz drei der beliebtesten europäischen Geschäftsstandorte. Und als einzige deutsche Stadt zählt sie zu den Alpha World Cities, den international bedeutendsten Metropolen.

Dass ausgerechnet das Finanzzentrum der Republik nach der weltweiten Wirtschaftskrise besser dasteht als vorher, hat selbst die eifrigste Fürsprecherin, Oberbürgermeisterin Petra Roth, verblüfft: "Zu Beginn der Finanzkrise hätte ich nicht gedacht, dass Frankfurt gestärkt aus dieser Zeit hervorgeht", sagt die CDU-Politikerin, die seit 15 Jahren im Römer regiert. "Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, wie wichtig die verschiedenen Säulen für unsere wirtschaftliche Stabilität sind."

Nicht nur rund 270 Kreditinstitute, die Europäische Zentralbank, die Bundesbank und die Wertpapierbörse haben in der liebevoll Mainhattan genannten Stadt ihren Sitz. Sie beheimatet auch 25 der 500 umsatzstärksten Konzerne in Deutschland, eine international relevante Messe, einen Biotechnologiesektor, Deutschlands größten Internet- und einen in Europa zentralen Verkehrsknotenpunkt. Auf dem Flughafen arbeiten etwa 73 000 Menschen, in 24 Stunden starten und landen bis zu 180 000 Passagiere.

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