Landkreis Rhön-Grabfeld
Zwischen Provinz und High-Tech

Rhön-Grabfeld ist eine ländliche Region in Nordbayern. Doch wer zwischen die Hügel und Wälder blickt, entdeckt zahlreiche Weltmarktführer. Die Provinz kann also ziemlich interessant sein.
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Bad NeustadtAuf der einen Seite Provinz: Die Kirchenglocken bimmeln, ein älterer Schnauzbartträger startet seinen kleinen grünen Traktor und fährt davon. Auf der anderen Straßenseite das Silicon Valley: ein futuristisches Gebäude in Form eines „C“. Doch was wie der Unternehmenssitz eines Internetkonzerns aussieht, ist tatsächlich ein Schullandheim und Seminarhaus im nordbayerischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Offiziell heißt der Stelzenbau „Umweltbildungsstätte Oberelsbach“. Die Rhöner sprechen aber wegen der ungewöhnlichen Architektur auch gern vom „Elefanten-Klo“.

Die Kirche und das Schullandheim sind nur eines von vielen Beispielen für die Kontraste im Landkreis Rhön-Grabfeld, zu dem das beschauliche Oberelsbach gehört. Hier, an der Grenze zu Hessen und Thüringen, gibt es High-Tech-Unternehmen in 1000-Seelen-Dörfchen. Und es gibt Produktionsräume im Stil eines Genlabors, irgendwo zwischen historischer Stadtmauer in Herzform und fränkischer Saale.  Zwischen den Hügelketten und Wäldern der Region verstecken sich mehrere heimliche Weltmarktführer, erzählt Landrat Thomas Habermann stolz. So stellt das Unternehmen Texpa Frottiermaschinen her, also Anlagen, die unter anderem Handtücher produzieren. Und die Firma Binder Flugmotoren- und Flugzeugbau steht an der Spitze bei Segelflugzeugen in der offenen Klasse– was nach eigenen Angaben die Formel 1 der Szene ist.

Die vielen mittelständischen Unternehmen bringen den Landkreis wirtschaftlich kräftig voran. Im Regionen-Ranking des Zukunftsatlas, den das Schweizer Forschungsinstitut Prognos und das Handelsblatt alle drei Jahre veröffentlichen, holt Rhön-Grabfeld immer weiter auf. Vor sechs Jahren war es noch Rang 318, dieses Mal sieht Prognos die Region auf Platz 106 von 402.

Für Wirtschaftsförderer Jörg Geier stehen die Unternehmen und ihre Bedürfnisse an erster Stelle. Aber auch das Schullandheim liegt ihm am Herzen. Geier bemüht sich seit Jahren, neue Arbeitnehmer in die Region zu locken. Denn in Rhön-Grabfeld mangelt es wegen Landflucht und rückläufiger Geburtenzahlen an Fachkräften. Als Wirtschaftsförderer muss er dagegen angehen. Das Schullandheim sieht er als eine Möglichkeit, die Region bekannter zu machen und gerade bei Schülern mit positiven Erinnerungen zu verknüpfen.

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