Zulassung ab 2007
Die Reits kommen

Lange hatten Politiker und Experten über die Einführung dieser neuen Anlageform gestritten. Ab dem kommenden Jahr gibt es sie nun auch in Deutschland: die Real Investment Trusts, kurz Reits. Das Kabinett beschloss heute einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Doch kaum ist er unter Dach und Fach, droht schon wieder neuer Ärger.

HB BERLIN. Im Wortschatz deutscher Mieter und Stadtplaner haben sie schon einen festen Platz - Namen wie Blackstone, Fortress, Lonestar, Carlyle, Annington oder gar Cerberus („grimmiger Wächter“). Denn die Finanzinvestoren vor allem aus dem angelsächsischen Raum machen nicht nur Jagd auf deutsche Unternehmen. Die auch als „Heuschrecken“ und Finanzhaie geschmähten Geldverwalter haben es längst auch auf den lukrativen deutschen Immobilienmarkt abgesehen.

Das schlummernde Billionenvermögen soll künftig mit so genannten Real Estate Investment Trusts (Reits) gehoben werden. Denn diese, in anderen Ländern bereits etablierten börsennotierten und steuerbegünstigten Immobilien-AG soll es auch in Deutschland geben.

Das Finanzministerium bezeichnete den Beschluss als „Stärkung des Finanzplatzes Deutschland“. Der deutsche Immobilienmarkt ist der größte in Europa und gilt unter Finanzinvestoren angesichts eines schlummernden Kapitals von rund 7 Billionen Euro als besonders lukrativ.

Weil der Gesetzgebungsprozess im laufenden Jahr nicht mehr abgeschlossen werden kann, will Finanzminister Peer Steinbrück die Fonds rückwirkend zum Beginn des kommenden Jahres zulassen. Entgegen ursprünglichen Plänen sollen nur nach 2007 gebaute und überwiegend gewerblich genutzte Wohnimmobilien in einen Reits eingebracht werden dürfen. Steinbrück (SPD) reagierte damit auf Bedenken in der SPD sowie von Mieter- und Kommunalverbänden. Sie hatten negative Auswirkungen für Mieter und Städte befürchtet.

Union fordert Reits mit Wohnimmobilien

Allerdings ist in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Unionsfraktion drängte darauf, die Änderungen wieder aufzuheben. Der CDU-Finanzexperte Leo Dautzenberg bezeichnete die Herausnahme der Wohnimmobilien in der „Börsen-Zeitung“ als Rückschritt. Er forderte Steinbrück auf, zu seinem ursprünglichen Vorschlag zu stehen.

Auch die FDP verwarf das Regelwerk. Die Koalition höhle das sinnvolle Regelwerk mit den Nachbesserungen aus, sagte der liberale Finanzexperte Carl-Ludwig Thiele. Die große Koalition habe auch in diesem wichtigen Politikfeld keinen wirklich großen Durchbruch geschafft.

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