Zum 1. Juli
Regierung erhöht die Renten kräftig

Die 20 Millionen Pensionäre in Deutschland können mit einer deutlichen Rentenerhöhung rechnen: Im Westen steigen die Bezüge um 2,41 Prozent, im Osten um 3,38 Prozent – der größte Zuwachs seit Jahren. Laut Kanzlerin Merkel ist die Erhöhung auch ein Impuls gegen die Wirtschaftskrise.

HB BERLIN. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) kündigte am Montag in Berlin an, dass die Renten zum 1. Juli dieses Jahres angehoben würden. So stark seien die Renten im Westen seit 1994 und im Osten seit 1997 nicht mehr gestiegen. Im vergangenen Jahr hatte eine Erhöhung um einheitlich 1,1 Prozent gegeben. Ausschlaggebend für die jährliche Rentenanpassung ist die Bruttolohnsteigerung des Vorjahres.

Die Erhöhung im Jahr der Bundestagswahl gebe einen Schub für die Binnennachfrage, so der Arbeitsminister. Nehme man die Entlastung von 0,6 Prozentpunkten bei den Krankenkassenbeiträgen dazu, hätten Rentner 2,7 beziehungsweise 3,7 Prozent und damit insgesamt 5,6 Mrd. Euro mehr zur Verfügung. Von der Erhöhung profitieren laut Scholz auch die rund 7,6 Millionen Bürger, die Arbeitslosengeld II und Grundsicherung im Alter beziehungsweise Sozialhilfe erhalten. Der Eckregelsatz steigt von 351 Euro monatlich auf 359 Euro.

„Die Rentenerhöhung mitten in der Krise zeigt, dass auf unseren Sozialstaat Verlass ist“, sagte der SPD-Politiker. Aus den USA kämen Nachrichten, dass Milliarden aus den Pensionsfonds verloren gegangen seien. Viele müssten dort nun länger arbeiten oder erhebliche Abstriche bei ihrem Lebensstandard machen. „Wir hingegen können den Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland heute sagen: Sie nehmen an der Entwicklung des Wohlstandes teil.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der anstehenden Rentenerhöhung auch einen zusätzlichen Impuls im Kampf gegen die Wirtschaftskrise. Sie freue sich, dass die Rentner die Erhöhung bekämen, sagte Merkel nach einer CDU-Vorstandssitzung am Montag in Berlin. Dies werde zusammen mit der damit verbundenen Steigerung der Hartz IV-Zahlungen die Nachfrage im Land stärken. Sie betonte, dass die Erhöhungen zu einem echten „Netto-Zugewinn“ führen würden, weil die Inflationsrate niedrig sei.

In den kommenden Jahren dagegen können die Rentner dagegen nur noch mit minimalen Erhöhungen ihrer Bezüge rechnen, wie die Präsidentin des Sozialverbandes, VdK, Ulrike Mascher, bereits letzte Woche sagte. Wegen der zahlreichen Kürzungsfaktoren drohten den Rentnern ab 2010 „viele Jahre der Mini-Erhöhungen oder Nullrunden“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%