Zum 90. Geburtstag
Glückwünsche für Helmut Schmidt

Politiker aller Parteien haben dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt am Dienstag zum 90. Geburtstag gratuliert. Während einige Gratulanten Schmidt als "großen Staatsmann" würdigten, überbrachten andere ihre Glückwünsche auf Latein.

HB HAMBURG/BERLIN. Altbundeskanzler Helmut Schmidt feiert am heutigen Dienstag in Hamburg seinen 90. Geburtstag. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes seiner Ehefrau Loki wird es aber keine große Feier geben. Es kämen nur drei Freunde mit ihren Frauen, hatte Schmidt zur Gestaltung des Tages gesagt. "Mir wäre es eigentlich lieber, zufriedengelassen zu werden." Von Loki, die Anfang März 90 Jahre alt wird, erwarte er als Geschenk nur eine rote Rose - so sei es Tradition. Zu Ehren des SPD-Politikers wird im Januar im schwarz-grün regierten Hamburg ein Senats-Frühstück veranstaltet.

Schmidt war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler einer sozial-liberalen Koalition. Seine Regierungszeit war von Wirtschaftskrise und RAF-Terror geprägt. Für viele ist der Sozialdemokrat bis heute Inbegriff des Staatsmanns mit Weitblick, dessen Wort unverändert Gewicht hat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering und zahlreiche andere Politiker würdigten Schmidts Lebensleistung. "Sie sind (...) eine der prägenden und angesehensten Persönlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland geworden", schrieb die Kanzlerin. Sie verbinde ihre "sehr herzlichen" Glückwunsche mit Dank für Schmidts Beitrag zum Gelingen von 60 Jahren Demokratie in Deutschland.

Müntefering schrieb: "Dank und Anerkennung für Deine bisherige Lebensleistung! Und für die Courage, mit der Du auf das neue Lebensjahrzehnt zugehst und zudenkst." Der SPD-Chef bezeichnete Schmidt als einen sehr guten Bundeskanzler und großen Staatsmann. Er sei aber auch ein "politischer Philosoph, ein Visionär wohlwissend, dass wirklich große Ideen mit Fakten zu tun haben und nicht um wolkige Wünsche ranken".

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle würdigte Schmidt als Autorität des politischen und gesellschaftlichen Lebens. "Ihre Stimme wird weiterhin gehört, und Ihre Stimme wird gebraucht", betonte er in einem Gratulationsschreiben.

Altbundespräsident Richard von Weizsäcker gratulierte Schmidt und würdigte dessen Grundsatztreue. "Freiheit heißt Verantwortung, Demokratie verlangt Kompromissfähigkeit, aber die entscheidende Instanz ist das Gewissen", sagte Weizsäcker der "Bild"-Zeitung. "Zum Regieren war er wie geschaffen. Und wann und wo immer er uns vertrat, fühlten wir uns gut vertreten."

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