Zunahme des durchschnittlichen Lebensalters
Rürup verteidigt höheres Renteneintrittsalter

Der Vorsitzende der Regierungskommission zur Reform der sozialen Sicherungssysteme, Bert Rürup, hat eine Erhöhung des Renteneintrittsalters erneut verteidigt.

Reuters BERLIN. Das Renteneintrittsalter bei Altersrenten liege derzeit bei 62,5 Jahren, sagte Rürup unmittelbar vor der offiziellen Übergabe des Kommissionsberichtes am Donnerstag in der ARD. „Das sollte gleitend erhöht werden, aber um das zu erhöhen, müssen wir langfristig das gesetzliche (Renteneintrittsalter) erhöhen.“ Er verwies unter anderem auf die Zunahme des durchschnittlichen Lebensalters, was eine Rentenreform notwendig mache. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte sich für ein höheres gesetzliches Renteneintrittsalter ausgesprochen. „Ich halte es für wahrscheinlich, dass wir das Eintrittsalter auf 67 Jahre erhöhen müssen“, sagte er am Mittwochabend in der ARD. Seiner Meinung nach werde es auf kurz oder lang zu einer „Kombination aus hartem demografischen Faktor und Heraufsetzung des Rentenalters“ kommen.

Rürup rechtfertigte die Vorschläge der nach ihm benannten Kommission: „Die zukünftigen Kosten der Alterung, ... die kann man nicht wegreformieren. Man kann nur versuchen, diese vorhandenen Kosten möglichst beschäftigungsfreundlich und generationengerecht zu verteilen.“ Auf der einen Seite würde der Anstieg der Renten gedämpft und auf der anderen Seite werde der Anstieg der Beitragssätze gedrosselt. Weiter sagte Rürup, vieles an Aufregung sei unbegründet, da von den Reformen die heutige Rentnergeneration nicht betroffen sei.

Die Rürup-Kommission legt am heutigen Donnerstag ihren Abschlussbericht vor. Die Bundesregierung hat eine mehrwöchige Prüfung des Berichts angekündigt und betont, die Vorschläge der Kommission seien für sie nicht bindend. Die Empfehlungen des Gremiums für die langfristige Stabilisierung von Renten-, Pflege- und Krankenversicherung sind bereits weitgehend bekannt. So schlägt die Kommission vor, das gesetzliche Rentenalter von 2011 bis 2035 schrittweise von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Die jährliche Rentenerhöhung soll künftig geringer ausfallen, da die Berechnungsformel um einen demographischen Faktor ergänzt wird. Eine höhere Belastung der Rentner sieht die Kommission bei der Pflegeversicherung vor. Sie sollen ab 2010 einen zusätzlichen Ausgleichsbeitrag zahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%