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Werner Schulz, der Widerständler

Viel Feind, viel Ehr: Nach diesem Motto hat Werner Schulz schon immer Politik betrieben. Und an Feinden fehlt es dem amtierenden wirtschaftspolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion derzeit wahrhaftig nicht.

ms DÜSSELDORF. Schulz ist, gemeinsam mit der SPD-Abgeordneten Jelena Hoffmann, nach Karlsruhe gezogen, um zu verhindern, was alle wollen: Die Neuwahlen im September. Konflikten ist er noch nie aus dem Weg gegangen: Zwanzig Jahre lang hatte der unbeugsame Bürgerrechtler dem SED-Regime Widerstand geleistet. 1989 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Neuen Forums und damit zu den Vätern der friedlichen Revolution in der DDR.

Des Kanzlers Weg zu Neuwahlen hält Schulz für Unrecht - und in diesem Fall wird bekanntlich Widerstand zur Pflicht. Dass er dabei nicht mit rhetorischen Parallelen zum SED-Staat spart, hat ihn freilich auch bei der eigenen Partei den letzten Rest an Sympathie gekostet: Seit er bei der Debatte um die Vertrauensfrage am 1. Juli den willfährigen Bundestag mit der DDR-Volkskammer in einen Topf warf, will bei den Grünen kaum noch jemand etwas mit dem Widerständler Schulz zu tun haben.

Freunde hatte er dort freilich auch vorher schon nicht mehr viele. Als Wirtschaftspolitiker hatte er in sieben Jahren keinerlei Spuren hinterlassen. Bei der Berliner Listenaufstellung scheiterte er im Kampf um einen sicheren Platz. Jetzt will er um das Direktmandat Berlin-Pankow kämpfen. Seine Chancen gehen gegen Null.

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