Zur Positions-Klarstellung aufgefordert
SPD-Linke attackiert Lafontaine

Die Linke in der SPD hat den mit dem neuen Linksbündnis sympathisierenden früheren Parteichef Oskar Lafontaine aufgefordert, seine Position klar zu stellen. Parteienforscher schreiben einem Linksbündnis mit Oskar Lafontaine an der Spitze großes Potenzial zu.

HB BERLIN. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Wortführer der Parlamentarischen Linken, Michael Müller, sagte am Montag im Deutschlandfunk, Lafontaine müsse deutlich machen, ob er die Partei spalten oder eine konstruktive Politik betreiben wolle: „Will er nur spalten, will er die Linke zersplittern, will er im Grunde genommen nur sein Mütchen kühlen oder ist er noch zu konstruktiver Politik fähig? Das sehe ich im Augenblick nicht.“

Müller begreife nicht, dass ein so fähiger Politiker wie der Saarländer sich nicht für eine Reformpolitik unter den Bedingungen der Globalisierung einsetze. „Er führt die Schlachten von gestern, er hat seine Rolle nicht gefunden“, sagte Müller. Lafontaine hatte in einem „Spiegel“-Interview Sympathie mit dem reformkritischen Linksbündnis bekundet und erklärt, sollte Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Politik fortsetzen, wolle er die von dem Bündnis geplante Partei unterstützen. SPD-Chef Franz Müntefering hatte die Äußerungen Lafontaines, der 1999 als Bundesfinanzminister und als Parteivorsitzender zurückgetreten war, als eitel und unsolidarisch verurteilt.

Ein Wechsel Lafontaines könnte der Linkspartei nach Einschätzung von Parteienforschern kräftigen Zulauf verschaffen. Der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter sagte der „Bild“-Zeitung vom Montag, eine von Lafontaine geführte Partei hätte ein Potenzial von 15 bis 20 % der Stimmen. Sollte der frühere Parteichef seine Drohung wahr machen, „besteht für die SPD Anlass zu großer Sorge“. Auch die PDS würde Stimmen verlieren, die SPD würde es aber schwerer treffen. Ähnlich äußerte sich auch der Politologe Franz Walter in der Berliner „Tageszeitung“. Der Linkspartei fehle ein fähiger Kopf, um mehr als fünf Prozent der Stimmen zu bekommen. „Das könnte der Volkstribun und Charismatiker Lafontaine ändern“, sagte Walter.

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