Zurück im Wahlkampf
Schröder knöpft sich Koch und Kanzlerin vor

SPD-Altkanzler Gerhard Schröder hat sich im Wahlkampf zurückgemeldet. In der Diskussion um kriminelle Ausländer attackierte er Hessens Ministerpräsident Roland Koch und Kanzlerin Angela Merkel. Beide seien „auf dem rechten Auge blind“.

BERLIN. Das Wolfs-Lachen ist noch da. Der knallharte Machtinstinkt. Und das in der irritierenden Wahlnacht 2005 schon verloren geglaubte Gespür für das richtige Timing. Lange hat sich Ex-Kanzler Gerhard Schröder auf der Kammerbühne der Innenpolitik rar gemacht. Zwischen Moskau, Zürich, Damaskus und Hannover spielt sich das neue Leben des Bestsellerautors und Gas-Lobbyisten ab. Doch pünktlich zu den Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg meldet sich Deutschlands bester Kanzlerdarsteller zurück: Der „Wahlkampfhetze“ bezichtigt er den Hessen Roland Koch und der Blindheit gegen den Rechtsextremismus die CDU-Kanzlerin.

Am Dienstag Abend zeigte sich Schröder dort, wo der Vollblutredner schon immer am besten war – auf der Bühne eines vollen Marktplatzes oder Saals. Wetterbedingt wurde der Kampf um die Bürgerschaft vor hunderten Genossen im Hamburger Congress Center eingeläutet. Kurz zuvor hatte Schröder schon der „Bild“-Zeitung ein Interview gegeben. Und am Sonntag griff er beim Empfang der SPD im Hannoveraner Rathaus zum Mikrofon, um die Unions-Kampagne für ein schärferes Strafrecht zu geißeln.

Die Attacken verfehlen ihre Wirkung nicht. Am Rande der Flegelhaftigkeit bewege sich der Altkanzler, wetterte CSU-Wirtschaftsminister Michael Glos. Und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla verwahrte sich gegen wirklichkeitsferne Meinungsäußerungen eines Polit-Pensionärs, der von Leibwächtern geschützt und „in gepanzerten Limousinen“ herumgefahren werde, was freilich auch für aktive Politiker gilt.

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