Zusammenschluss
Linke-Landesverbände komplett

Die neue Partei Die Linke hat sich vier Monate nach ihrer Gründung auf Bundesebene nun auch in allen Ländern organisiert. Am Samstag wurden in Nordrhein-Westfalen und Baden- Württemberg die letzten beiden der 16 Landesverbände aus der Taufe gehoben.

dpa GLADBECK/STUTTGART. Am 16. Juni hatten sich in Berlin die ostdeutsche Linkspartei und die westdeutsche Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (Wasg) nach zweijährigen Verhandlungen zusammengeschlossen.

Damit sei die Parteifusion vollzogen und die Partei bundesweit arbeitsfähig, sagte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, auf dem Parteitag der nordrhein-westfälischen Linken in Gladbeck. Dort stimmten die rund 300 Delegierten mit großer Mehrheit dem Gründungsantrag zu. Anschließend wählten sie die aus Köln stammende frühere PDS-Politikerin Ulrike Detjen und den ver.di- Bezirkschef Wolfgang Zimmermann aus Düsseldorf zu Landessprechern. Auf dem Parteitag der baden-württembergischen Linken in Stuttgart billigten die 196 Delegierten die Gründung einstimmig und wählten einen achtzehnköpfigen Landesvorstand. Einen Landesvorsitzenden oder -sprecher gibt es im Südwesten nicht.

„Lasst uns zur Herausforderung für Nordrhein-Westfalen werden“, sagte Gysi unter Beifall in Gladbeck. Die Politik von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sei nicht sozial. Detjen und Zimmermann beurteilten die Ausgangsbasis der Partei für die nächste Landtagswahl in zweieinhalb Jahren als günstig. Umfragen im Sommer hatten der Linken in NRW einen Stimmenanteil von bis zu acht Prozent bescheinigt. Nach Parteiangaben zählen die 52 Kreisverbände rund 5 200 Mitglieder. Der NRW-Landesverband sei der größte im Westen Deutschlands, sagte Detjen.

In Baden-Württemberg will die Linke bei den Kommunalwahlen 2009 flächendeckend antreten. Ende Juli hatte ihr eine Umfrage für den Fall einer Landtagswahl sechs Prozent der Stimmen vorhergesagt. Bei der Landtagswahl im März 2006 hatte die Vorgängerpartei Wasg 3,1 Prozent geholt. Die Linke im Südwesten hat nach eigenen Angaben in 36 Kreisverbänden derzeit etwa 2 200 Mitglieder.

Die frühere Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di in Baden- Württemberg, Sybille Stamm, gab auf dem Parteitag unter großem Applaus bekannt, von der SPD zur Linken überzutreten. „Anlass meines Übertritts ist nicht die SPD-Politik in Baden-Württemberg, sondern die Agenda-2010-Politik der Bundes-SPD“, sagte Stamm, die seit 1973 Mitglied der SPD war, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mitte 2005 war bereits der ehemalige baden-württembergische SPD-Partei- und Fraktionschef Ulrich Maurer übergetreten.

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