Zusatzbelastung bei Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen
Sonderbeiträge werden Rentner belasten

Zur Jahresmitte werden Sonderbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung auch die knapp 20 Millionen Rentner belasten. Der Durchschnittsrentner wird dann rund fünf Euro im Monat weniger zur Verfügung haben. Darauf wies der Direktor der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Klaus Michaelis, am Freitag in Berlin hin. Angesichts der zu erwartenden Klagewelle sollen Musterprozesse für rasche Klärung sorgen.

HB BERLIN.Einsprüche haben jedoch keine aufschiebende Wirkung. Die Sonderbeiträge zum 1.Juli für Zahnersatz und Krankengeld gehören zum Paket der Gesundheitsreform und führen zu einer Zusatzbelastung bei den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen von 0,45 Prozentpunkten des beitragspflichtigen Einkommens. Nach den Worten von Michaelis sind auch rund 700 000 privat oder freiwillig gesetzlich krankenversicherte Rentner betroffen.

Ein zusätzlicher finanzieller Einschnitt kommt zum 1. April auf voraussichtlich 400 000 Rentner zu, die keine Kinder haben und jünger als 65 Jahre sind: Sie müssen dann den seit Jahresbeginn geltenden, bislang aber nicht erhobenen Sonderbeitrag zur Pflegeversicherung nachentrichten. Bei einer 1 000-Euro-Rente schlägt sich das im April in einem einmaligen Abzugsbetrag von zehn Euro nieder, danach monatlich mit 2,50 Euro. Michaelis geht davon aus, dass ein Teil der Betroffenen ihre „Elterneigenschaft“ noch nachweist und sich damit die Zahl der Belasteten reduziert.

Nach BfA-Berechnungen liegt derzeit die Rendite für Neurentner bei 4 bis 5 Prozent. Wer 2020 in Rente geht, kann nach Angaben von Michaelis noch mit einer Rendite von 2,5 bis 3 Prozent rechnen - unter der Voraussetzung, dass es keine neuen Reformeinschnitte gibt. Die Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung errechnet sich aus der Summe der Rentenzahlungen bei durchschnittlicher Lebenserwartung im Verhältnis zu den während des Berufslebens eingezahlten Beiträgen.

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