Zusatzjobs
Ein-Euro-Jobs sind keine Brücke zum Arbeitsmarkt

Nur für eine kleine Minderheit der Arbeitslosen erweisen sich die so genannten Ein-Euro-Jobs als Sprungbrett zu einer Lehrstelle oder zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Nun gibt es statt versprochenen 600 000 Zusatzjobs nur noch rund 300 000. Immer noch zu viel, wie Experten urteilen.

DÜSSELDORF. Nur für eine kleine Minderheit der hilfsbedürftigen, aber erwerbsfähigen Arbeitslosen erweisen sich die so genannten Ein-Euro-Jobs als Sprungbrett zu einer Lehrstelle oder zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Sozial- und Wohlfahrtsverbände nennen Integrationsquoten in den ersten Arbeitsmarkt von 5 bis 15 Prozent, bei Jugendlichen bis zu maximal 20 Prozent. Die amtliche Statistik kann nicht mit Eingliederungsquoten aufwarten.

Nach einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit über den Einsatz von Arbeitsgelegenheiten gab es 2005 insgesamt 630 000 Eintritte in diese Beschäftigungsverhältnisse. Der DGB und verschiedene Sozialverbände kritisieren dies als überdimensioniert. Der Höchststand wurde im November mit 309 000 Teilnehmern erreicht, seither ist die Teilnehmerzahl auf 256 700 gesunken. Mit 95 Prozent wird das Gros aller Arbeitsgelegenheiten in der Mehraufwandvariante angeboten, nur fünf Prozent der Arbeitsgelegenheiten entfallen auf die Entgeltvariante.

Bei der Entgeltvariante handelt es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, bei der Hilfsbedürftige an Stelle des Arbeitslosengeldes II das übliche Arbeitsentgelt erhalten. Bei der dominierenden Form der Mehraufwandsvariante müssen Arbeitsgelegenheiten gemeinnützig, zusätzlich, wettbewerbsneutral und arbeitsmarktpolitisch zweckmäßig sein.

Für diese Art der Zusatzjobs hat sich die Bezeichnung „Ein-Euro-Jobs“ eingebürgert. Ein-Euro-Jobber erhalten neben dem Arbeitslosengeld II und den Kosten für die Unterkunft eine pauschale Leistung. Sie soll den durch die Teilnahme an der Arbeitsgelegenheit entstehenden Mehraufwand abdecken. Im Durchschnitt wurden 2005 1,25 Euro pro Stunde gezahlt.

Anbieter der Arbeitsgelegenheiten bekommen eine Maßnahmenkostenpauschale. Sie belief sich auf durchschnittlich 353 Euro pro Teilnehmer. 2005 gab der Bund für die Arbeitsgelegenheiten in beiden Varianten insgesamt 1,1 Mrd. Euro aus.

Nach der Statistik der Bundesagentur gab es 2005 die meisten Angebote für Arbeitsgelegenheiten im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen. Ein-Euro-Jobber arbeiteten durchschnittlich 28 Stunden in der Woche bei einer Teilnahmedauer von 5,7 Monaten. Jedoch können sich die Arbeitsgelegenheiten auch auf bis zu 12 Monate erstrecken. Die meisten Ein-Euro-Jobber sind gering qualifiziert und langzeitarbeitslos.

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