Zuspitzung
Clement hofft auf schnelle Lösung in Bau-Tarifkonflikt

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat mit Unverständnis auf die Ablehnung des Schlichtungsergebnisses für die Baubranche reagiert. „Das ist nicht ganz einfach nachzuvollziehen“, sagte Clement, der in dem Tarifkonflikt als Schlichter aufgetreten war, im Deutschlandfunk.

HB BERLIN. Es sei bedauerlich, dass es auf Grund des negativen Votums aus zwei Verbänden nun noch einmal zu einer Zuspitzung des Konflikts kommen werde, sagte Clement. Die Bauleute hätten über Jahre auf eine Erhöhung ihrer Einkommen verzichtet. Jetzt sei die Situation dafür da. Clement sagte, er setze aber weiterhin auf die Vernunft der Beteiligten.

Die mittelständischen Arbeitgeber aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten am Montag das unter der Schlichtung von Clement zustande gekommene Ergebnis abgelehnt. Die Baubranche steht damit vor den ersten Streiks seit 2002.

„Es ist wohl offensichtlich eine Zuspitzung jetzt erforderlich“, sagte Clement. Er hoffe aber, dass es nach einer Phase des Nachdenkens bald eine Lösung geben werde. Jede Anstrengung, zu einem Flächentarifvertrag in der Baubranche zu kommen, sei vernünftig. „Da lohnt aus meiner Sicht jede Anstrengung“, fügte der SPD-Politiker hinzu. Die beiden norddeutschen Verbände hätten offenbar von Anfang an gar nicht zustimmen dürfen.

Der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (HDB), Frank Dupre, bedauerte im RBB die Entscheidung der Verbände in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Wenn es in diesen Tarifbezirken bei den Streiks nun zu Schwerpunktstreiks komme, könne das sehr heftig werden. Wie Clement zeigte sich aber auch Dupre hoffnungsvoll. „Ich gehe davon aus, dass es nach einem kurzen Arbeitskampf dann doch noch zu einem Konsens kommen wird.“

Ab Juni sollten die rund 700 000 Beschäftigten der Branche eine dreistufige Einkommenserhöhung bekommen: Zunächst 3,1 Prozent, ab April 2008 nochmals 1,5 Prozent und ab September 2008 weitere 1,6 Prozent - jeweils zuzüglich eines monatlichen Festbetrags von etwa 0,5 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%