Zwangsprostitution
Freiern drohen Haftstrafen

Sex mit Zwangsprostituierten wird wohl bald strafbar sein. Das angestrebte Gesetz kann nach Einschätzung der Union vermutlich noch in diesem Jahr in Kraft treten.

HB BERLIN. Er erwarte einen Beschluss von Bundestag und Bundesrat noch im Dezember, sagte der CDU-Rechtspolitiker Siegfried Kauder der „Welt am Sonntag“ nach einem Vorabbericht. Sowohl Unionsfraktion wie auch das Bundesjustizministerium haben Gesetzentwürfe zum besseren Schutz von Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden vorgelegt beziehungsweise angekündigt.

Dem Bericht zufolge sollen Freier, die bewusst Sex mit einem Opfer von Menschenhandel haben, mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden können. Bisher ist Verkehr mit Zwangsprostituierten straffrei. Freier, die leichtfertig nicht erkennen, dass sie Sex mit einem Opfer von Menschenhandel haben, sollen mit zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe bestraft werden können.

Unionspolitiker zeigten sich gegenüber dem Blatt auch offen für eine Verbesserung des Aufenthaltsrechts für Zwangsprostituierte. „Wir müssen die Lage der Opfer verbessern“, sagte die CDU-Abgeordnete Ute Granold. Kauder nannte das italienische Modell ein „faires Angebot“, nach dem Richter in Menschenhandel-Prozessen entscheiden können, ob für Zwangsprostituierte ein Bleiberecht ausgesprochen wird, das weit über die Prozessdauer andauert.

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